Alex Murdaugh: Prominenter US-Anwalt schuldig gesprochen Frau ...

Prozess fesselte die Öffentlichkeit
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In einem in den USA vielbeachteten Mordprozess ist der bekannte Anwalt Alex Murdaugh schuldig gesprochen worden.
© Quelle: IMAGO/USA TODAY Network
Seit Wochen fesselt die Causa Murdaugh die US-Öffentlichkeit, nun hat die Jury ihr Urteil gesprochen: Der Anwalt habe seine Frau und seinen Sohn erschossen. Der Prozess legte den Sturz eines prominenten US-Juristen offen, dessen Fall sogar Stoff für eine TV-Serie geworden ist.
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Walterboro. In einem in den USA vielbeachteten Mordprozess ist der bekannte Anwalt Alex Murdaugh schuldig gesprochen worden. Die Jury in Walterboro im Staat South Carolina sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass er seine Frau Maggie und seinen Sohn Paul im Juni 2021 erschossen habe. Richter Clifton Newman sprach von erdrückenden Beweisen gegen Murdaugh und lehnte einen Antrag der Verteidigung auf Feststellung eines Fehlprozesses ab.
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Dem Schuldspruch ging eine sechswöchige Verhandlung voraus, in der die bizarren Wendungen im Fall Murdaugh ausgebreitet wurden, der schon wegen rund 100 anderer Vorwürfe von Versicherungsbetrug bis Steuerhinterziehung seit Herbst 2021 in Haft sitzt. Dem gefallenen Juristen drohen wegen zweifachen Mordes nun 30 Jahre Gefängnis ohne die Aussicht auf eine Strafaussetzung zur Bewährung. Das Strafmaß soll am Freitagvormittag (Ortszeit) verkündet werden.
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Der 54-jährige Murdaugh entstammt einer Juristenfamilie, die seit Jahrzehnten die lokale Justiz in South Carolina mitgeprägt hat. Sein Vater, Großvater und Urgroßvater waren seit 80 Jahren Staatsanwälte in der Region, die Kanzlei der Familie strengte groß angelegte Klagen gegen Eisenbahnbetreiber und Konzerne an und beschäftigte Dutzende Anwälte.
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Murdaugh räumte ein, Millionen von Dollar von der Familienkanzlei und Mandanten gestohlen zu haben, um mit dem Geld seine Medikamentensucht zu finanzieren. Staatsanwälte werfen ihm vor, aus Sorge, dass seine jahrelangen Machenschaften ans Licht kommen könnten und sein Ansehen Schaden dadurch nehmen könnte, seine Ehefrau und seinen Sohn getötet zu haben. Murdaugh habe gehofft, durch deren Tod bei anderen Mitleid heischen und damit vom verschwundenen Geld ablenken zu können.
Jurist beteuert vehement seine UnschuldVehement beteuerte der gefallene Jurist seine Unschuld. Doch gab er im Zeugenstand zu, Ermittler über seine Anwesenheit am Tatort belogen zu haben. Diesen hatte er immer wieder erklärt, er habe sich nicht bei den Hundehütten auf dem Anwesen der Familie in Colleton County aufgehalten, wo die Leichen seiner Frau und seines Sohnes entdeckt wurden. Stattdessen habe er zunächst ein Nickerchen gehalten und dann an jenem Abend seine kranke Mutter besucht.
Bei seiner Rückkehr sei er auf die Leichen gestoßen. Murdaugh rief damals von sich aus die Polizei, um den Fund zu melden. Seine 52 Jahre alte Frau Maggie war mit vier oder fünf Schüssen aus einem Gewehr getötet worden, ihr gemeinsamer Sohn Paul (22) mit zwei Schüssen aus einer Pistole.
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Im Zeugenstand räumte Murdaugh ein, er habe doch den beiden bei den Hundehütten Gesellschaft geleistet und seinem Labrador Bubba ein Hähnchen entrissen. Kurz vor den tödlichen Schüssen sei er dann aber wieder ins Haus gegangen, sagte er aus. Staatsanwalt Creighton Waters nahm den angeklagten Anwalt im Kreuzverhör in die Mangel, ließ sich von diesem haargenau schildern, was sich an den Hundehütten ereignet habe und mokierte sich über dessen lückenhaftes Gedächtnis.
Zum Verhängnis wurde Murdaugh letztlich ein Handyvideo, das sein Sohn kurz vor dessen Ermordung aufnahm. Darin sind die Stimmen von allen drei Murdaughs zu hören.
Der Prozess führte auch durch die vielen Wendungen im Fall Murdaugh. Zu Wort kamen einstige Freunde und Mandanten des Anwalts, die ihm Verrat und Diebstahl vorwarfen. Im September 2021, also drei Monate nach den Morden an Maggie und Paul, beauftragte er zudem nach seiner Entlassung aus der Familienkanzlei einen Mann, ihn zu töten, damit sein anderer Sohn Buster eine Lebensversicherung in Millionenhöhe kassieren könne.
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Doch vermasselte der angebliche Auftragskiller den Job, Murdaugh überlebte und räumte später ein, ein Attentat auf sich inszeniert zu haben. Veruntreuung wurde ihm auch im Fall seiner Haushälterin zur Last gelegt, die Jahre zuvor bei einem Sturz im Familienhaus ums Leben kam: Murdaugh soll die Entschädigung für deren Angehörige in die eigene Tasche gesteckt haben.
Causa Murdaugh fesselte US-ÖffentlichkeitDie Causa Murdaugh fesselte die US-Öffentlichkeit zuletzt wie kaum ein anderer Kriminalfall, auch Netflix wurde schon aufmerksam und brachte vergangene Woche die Serie „Murdaugh Murders: A Southern Scandal“ für den amerikanischen Markt heraus. Deren Macher sagten dem Magazin „Vanity Fair“, sie seien bei ihren Recherchen für die Produktion auf weitere mutmaßliche Verbrechen gestoßen.
RND/AP
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