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Austria-Trainer Peter Stöger: ´Das kotzt mich an!´

Kein Heimspiel, keine Fans! Stöger übt Kritik am FAK-Auftritt in Ried:

Das war ein Abend zum Vergessen für die Wiener Austria! Trotz phasenweiser Überlegenheit samt 2:0-Führung kassieren die Veilchen in der Schlussphase eine 2:3-Pleite in Ried.

Die erste Niederlage nach neun ungeschlagenen Spielen schmerzt gleich doppelt am Verteilerkreis. Neben Rang eins in der Quali-Gruppe büßen die "Veilchen" auch das Heimrecht für das Playoff-Halbfinale gegen Hartberg ein. Statt vor 3.000 Austria-Fans wird der große Showdown am Montag in der steirischen Profertil-Arena über die Bühne gehen.

"Wenn man 2:0 führt und das Spiel im Griff hat, sollte sowas nicht passieren", hadert Kapitän Alexander Grünwald im "Sky"-Interview. "Vielleicht waren wir uns zu sicher, haben uns den ein oder anderen Meter nach hinten gespart. Du darfst hier einfach keine drei Tore kassieren."

Grünwald nimmt Pentz in Schutz

Eingeläutet wurde die Innviertler Aufholjagd ausgerechnet vom besten Spieler einer bescheidenen Austria-Spielzeit: Patrick Pentz. Als dem frischgebackener Bundesliga-Torhüter der Saison ein harmloser Schuss von Marco Grüll durch die Beine rutscht, stand die Josko Arena in Minute 79 Kopf. Angepeitscht von 2.640 Fans ging Ried aufs Ganze und wurde belohnt. Während der Jubel auf Rieder Seiten kein Ende fand, schritt die Austria mit gesenktem Haupt vom Feld.

(Text wird darunter fortgesetzt.)

Ausreden will Grünwald keine suchen, fehlende Energie oder die angeworfene Rotationsmaschine mit sieben neuen Kräften lässt der 32-Jährige nicht gelten. "Klar, wir haben einige dabei, die erkrankt waren. Dafür sind wir noch gut ins Spiel gekommen. Aber wenn du so lange führst, dann musst du das über die Zeit bringen. Egal ob du müde bist oder nicht."

Vorwürfe an den eigenen Schlussmann setzt es ebenso nicht. Im Gegenteil: "Er (Pentz, Anm.) hat eine super Saison gespielt und ist zurecht zum besten Torwart der Liga gewählt worden. Diesmal hat er eben einen Fehler gemacht. Aber es geht weiter, Montag haben wir ein wichtiges Spiel, leider auswärts."

Stöger: "Haben es vergeigt"

So bleibt jener Wunsch, das Playoff-Duell vor heimischer Kulisse zu absolvieren, verwehrt. Ein Umstand, der Noch-Trainer Peter Stöger sauer aufstoßen lässt. "Wenn Spieler, die über einen langen Zeitraum nicht gespielt haben, 65 Minuten alles unternehmen, dass man nur das Weiße in den Augen sieht und die anderen Jungs meinen, die Partie fertig spielen zu können, ohne den Aufwand zu liefern, dann passiert sowas."

Stöger weiter: "Es ist extrem ärgerlich. Wir haben es vergeigt, dass die Fans in unserem Stadion dabei sein können. Wenn wir nicht bereit sind an das Maximum zu gehen, auch wenn es nur 20, 25 Minuten sind, dann reicht es nicht. Nach einem guten Jahr sollte man das wissen. Wir sind zurecht bestraft worden."

Stöger bemängelt Mannschaftsgeist

Doch nicht nur die Niederlage an sich oder auch das verlorene Heimrecht sorgen für Wut bei Stöger. Vielmehr ärgert den scheidenden Austria-Trainer der zu kurz geratene Teamgedanke in den letzten 20 Minuten. "Da haben wir ein Gesicht gezeigt, dass wir nicht sehen wollen. Mit wenig Mannschaftsgeist und nur zu schauen, dass man selbst in irgendeiner Form gut aussieht, ist einfach zu wenig. Schade!"

Bis kommenden Montag heißt es im violetten Lager nun die Fehler aufzuarbeiten sowie zu regenerieren. Dass große Ziel Playoff wurde erreicht, auch wenn die Krönung ausblieb. "Jetzt haben wir das Spiel, wo es um alles geht. Ein richtiges Entscheidungsspiel. Wir müssen beweisen, dass wir dort gewinnen können. Es ist eine schwierige Aufgabe, die uns erwartet", gibt Grünwald die Marschroute vor.

Stöger selbst sieht die Hürde Hartberg als "machbar". Vom Gastspiel in Ried zieht der 55-jährige Wiener entscheidende Schlüsse: "Wenn wir nicht ans Maximum gehen, reichen 15 Minuten, um in Ried zu verlieren. Wir haben kein Heimspiel am Montag. Für uns zum Spielen ist das kein großes Problem, aber ich hätte mir wirklich gewünscht, den Leuten, die zu diesem Verein stehen, die Möglichkeit zu geben,ins Stadion zu kommen. Das haben wir besprochen und das kotzt mich an."

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