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ÖVP erreicht den zweiten Platz: Blümel sieht "Sensation und Wahnsinn"

Nach einem durchwachsenen Wahlkampf: ÖVP erreicht laut Hochrechnung 18,8 Prozent und verzeichnet den stärksten Zuwachs aller Parteien.

Doch vor allem in der zweiten Hälfte des Wahlkampf offenbarte sich zumindest eine veritable Schwierigkeit, mit der die ÖVP in Wien zu kämpfen hat: die Doppelfunktion ihres Spitzenkandidaten Gernot Blümel. Wie geht sich das aus? Finanzminister in der größten Gesundheitskrise, die Österreich je erlebt hat – und gleichzeitig Spitzenkandidat bei einer Gemeinderats- und Landtagswahl im bevölkerungsreichsten Bundesland; noch dazu in einem, in dem die Volkspartei seit geraumer Zeit zu kämpfen hat.

Wechselt der Finanzminister nach Wien?

Blümel wirkte angeschlagen und ausgezehrt. Und dann kam auch noch Corona ins Kanzleramt. Blümel musste einen TV-Auftritt absagen, weil er sich in freiwillige Selbstisolation begab.

Aber das war – in der Außenwirkung – das kleinere Übel. Offenkundig nahmen viele Blümel nicht ab, dass er ganz ernst meint mit Wien. Dass er also tatsächlich im Rathaus Politik machen will  – und nicht im Finanzministerium. Erst gegen Ende des Wahlkampfs ließ er wissen: „Wer in Wien antritt, will in Wien regieren.“

Auch in der Partei rumorte es gegen Ende: Der schwarze Flügel rund um Wirtschaftskammer-Chef Walter Ruck konterkarierte die Parteilinie - vor allem mit demonstrativ gemeinsamen Auftritten mit der Wiener SPÖ, etwa rund um den Gastro-Gutschein.

Unterstützung kam hingegen von einem, der der Partei ein paar Jahre lang den Rücken gekehrt hatte: Ex-ÖVP-Chef Erhard Busek, für einige Zeit bekennender Neos-Fan, unterstützte Blümel mit einem Video. Busek ist übrigens jener ÖVP-Chef, der in Wien das bisher beste Ergebnis für die Partei geschafft hat. Im Jahr 1978 erreichte er 33,77 Prozent. So viel wird es diesmal garantiert nicht.

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