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Ghislaine Maxwell: Vertraute von Jeffrey Epstein verweigert die Aussage

Im Prozess gegen die Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell könnte noch vor Weihnachten ein Urteil fallen. Die 59-Jährige weist die Anklage als "nicht zweifelsfrei bewiesen" zurück und will sich selbst nicht äußern.
Vertraute von Jeffrey Epstein Prozess in New York: Ghislaine Maxwell verweigert die Aussage
Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell

Diese Foto von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell wurde während des Gerichtsprozesses gezeigt

© US Attorney Office / Picture Alliance

18.12.2021, 10:12 Uhr

Im Prozess gegen die mutmaßliche Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell könnte noch vor Weihnachten ein Urteil fallen. Die 59-Jährige weist die Anklage als "nicht zweifelsfrei bewiesen" zurück und will sich selbst nicht äußern.

Die wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte Ghislaine Maxwell will im Prozess gegen sie nicht aussagen. Zudem hat sie die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. "Die Staatsgewalt hat ihren Fall nicht zweifelsfrei bewiesen. Es gibt also keinen Grund für mich, auszusagen", sagte die 59-Jährige laut US-Medienberichten auf die Frage der Richterin, ob sie in den Zeugenstand treten wolle. In dem Prozess gegen die langjährige Vertraute des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein will die Staatsanwaltschaft die Jury davon überzeugen, dass Maxwell eine zentrale Rolle beim Missbrauch von Minderjährigen gespielt hat. 

Maxwell ist in acht Punkten angeklagt, ihr droht im Falle einer Verurteilung jahrzehntelange Haft. Sie hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Ihre Anwälte stellten den Fall als juristische Abrechnung an ihrer Mandantin dar, da die Staatsanwaltschaft Epstein nicht mehr belangen könne. Sie sei zum Sündenbock für Epsteins Taten gemacht worden.

Die Verteidigung hatte am Freitag nach weniger als zwei Verhandlungstagen ihre Beweisführung beendet. Schlussplädoyers sind für Montag angesetzt. Anschließend werden sich die Geschworenen zur Urteilsfindung zurückziehen. Somit könnte der ursprünglich für sechs Wochen angesetzte Prozess noch vor Weihnachten enden.

Urteil gegen Ghislaine Maxwell noch vor Weihnachten

Die Staatsanwaltschaft hatte nur zehn Tage für die Befragung ihrer Zeugen gebraucht. Zwei Frauen sagten aus, sie seien erst 14 Jahre alt gewesen, als Maxwell sie ansprach und sie für Massagen an Epstein vermittelte, die in sexuelle Handlungen mündeten. Maxwells Verteidigung stellte das Erinnerungsvermögen der Frauen in Frage. Von 35 angekündigten eigenen Zeugen riefen die Anwälte am Ende nur neun auf, nachdem viele nicht für eine Aussage verfügbar waren.

Die zu verhandelnden Fälle reichen von 1994 bis 2004, die mutmaßlichen Verbrechen sollen in Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und London begangen worden sein. Zu einem Prozess gegen den bestens vernetzten Multimillionär – und Bekannten unter anderem von Bill Clinton, Donald Trump, Bill Gates oder dem britischen Prinz Andrew – kam es nie, weil er 2019 tot in seiner Gefängniszelle gefunden wurde. Gerichtsmediziner kamen zu dem Schluss, dass Epstein Suizid begangen hatte.

Ghislaine Maxwell ist die Tochter des legendären britischen Verlegers Robert Maxwell und kam Anfang der 90er Jahre nach New York. Sie traf Jeffrey Epstein auf einer der zahlreichen Promi-Partys und war damals zeitweise seine Freundin. Das Umfeld Epsteins beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. Im Juli 2020 war Maxwell festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

jum/AFP/DPA

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