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Starkregen in Salzburg: Halleins Altstadt von Hochwasser schwer getroffen

Der Bürgermeister sprach von einer "Katastrophe". In der Stadt Salzburg bauen die Feuerwehren den mobilen Hochwasserschutz auf.

Der Bürgermeister sprach von einer "Katastrophe". In der Stadt Salzburg bauen die Feuerwehren den mobilen Hochwasserschutz auf.

Die prognostizierte Starkregenfront hat am späten Samstagabend schwere Verwüstungen gebracht. Besonders betroffen ist Hallein, wo der Kotbach über die Ufer getreten ist. Die Wassermassen haben große Teile der Altstadt überflutet. Auch ein Auto wurde mitgerissen. "Es sind auch Personen in der Gefahrenzone, die mittels Hubschrauber geborgen werden müssen", berichtete Bürgermeister Alexander Stangassinger.

Er sprach von einer "Katastrophe". Das Land löste Zivilschutzalarm aus. Die Bevölkerung wurde aufgefordert in den Häusern zu bleiben, Tiefgaragen und Keller nicht zu betreten und sich von den Dämmen der Fließgewässer fernzuhalten. In der Neuen Mittelschule im Stadtteil Burgfried wurde eine Notunterkunft eingerichtet für jene, deren Wohnungen nicht erreichbar waren.

In Hallein waren nach 23 Uhr rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz. "Die Innenstadt ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden", sagte Ortsfeuerwehrkommandant Josef Tschematschar. Auch Personen seien zu retten gewesen. Sämtliche Evakuierungen seien abgeschlossen worden, sagte Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker kurz vor Mitternacht.

"Es schaut furchtbar aus", berichtete der Finanzvorstand der in Hallein-Taxach ansässigen Firma Emco, dessen Sohn in der Altstadt wohnt. Gegenüber der Altstadt, wo Rettenbacher selbst lebt, hofften die Bewohner, von den Wassermassen verschont zu bleiben. "Mehr kann man leider nicht tun."

Mehr als 100 Einsätze der Feuerwehr

In der Stadt Salzburg begann die Berufsfeuerwehr mithilfe der freiwilligen Feuerwehren damit, den mobilen Hochwasserschutz an 50 Stellen entlang der Salzach aufzubauen. Gegen 22 Uhr waren die Arbeiten abgeschlossen.

In der Stadt Salzburg wurde ein mobiler Hochwasserschutz aufgebaut. SN/fmt
In der Stadt Salzburg wurde ein mobiler Hochwasserschutz aufgebaut.

Kurz nach 21.30 Uhr erreichte der Fluss die Hochwasserwarngrenze. In Mittersill hatte der Pegel zu diesem Zeitpunkt bereits Alarmstufe zwei überschritten. Auch die Reitbergsiedlung in Eugendorf wurde von den Wassermassen getroffen, wie Bilder belegen.

Die Reitbergsiedlung in Eugendorf wurde überflutet. SN/fmt
Die Reitbergsiedlung in Eugendorf wurde überflutet.

"Es wird noch ein bisschen ein Wasser daher kommen auf der Salzach", meinte Stefan Krakowitzer von der Berufsfeuerwehr. Mehr als 100 Einsätze vorwiegend wegen überfluteter Keller und Tiefgaragen waren abzuarbeiten, sagte Krakowitzer. Er rechnete mit zahlreichen weiteren Einsätzen in der Nacht auf Sonntag.

Schon am Nachmittag mussten Feuerwehren ausrücken, vor allem im Pinzgau, im Flachgau und im Tennengau. In Kuchl war die Feuerwehr gleich mehrfach im Einsatz, unter anderem um Gebäude auszupumpen.

Katastrophenfall auch in Bayern

Um 22.22 Uhr wurde auch im Berchtesgadener Land der Katastrophenfall ausgerufen, teilte die Pressestelle des Landratsamtes mit. Betroffen sind vor allem Berchtesgaden und Bischofswiesen. Die Menschen wurden aufgerufen, ihre Keller nicht zu betreten. "Die Lage ist unübersichtlich", sagte der Sprecher der Polizei dem "Spiegel". "Es regnet stark." Bundesstraßen seien wegen Überflutungen oder Murenabgängen gesperrt worden.

Überflutungen auch in Oberösterreich

Von Gmunden über Steyr bis Linz haben lokale Niederschläge und Gewitter ebenfalls zu Überflutungen geführt. Der Hochwasserbericht für Oberösterreich prognostizierte am Samstagabend ein Überschreiten der Warngrenze des Inns bei Schärding am frühen Sonntagvormittag. Entlang der Donau werden am Montag bei den Pegeln Achleiten, Linz und Mauthausen Warngrenzen voraussichtlich überschritten. Die Enns wird in Steyr in wird in der zweiten Nachthälfte zum Sonntag ihren Höchststand erreichen.

Zivilschutzalarm auch in Kufstein

Am späten Samstagabend wurde auch in Kufstein Zivilschutzalarm ausgelöst: "Bitte bleibt alle zu Hause! Meidet Keller & Garagen! Versucht nicht eure Autos zu retten! Wenn Personen in Gefahr sind: bitte unter 122 anrufen !! Die Feuerwehr hat momentan keine Zeit überflutete Keller/ Tiefgaragen abzupumpen!"

Starke Regenfälle bis Sonntagmittag vorhergesagt

Der Katastrophenschutz des Landes Salzburg hatte bereits am Freitag gewarnt. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) prognostiziere für das Wochenende intensive und lang anhaltende Regenfälle. Das bedeute Warnstufe "Orange" und punktuell bis zu 120 Millimeter Niederschlag in der Nordstaulage im Pinzgau, Tennengau und Flachgau. In den restlichen Regionen Salzburgs wird mit 40 bis 80 Millimetern Regen gerechnet, was Warnstufe "Gelb" bedeutet. Es ist zu erwarten, dass die starken Regenfälle bis Sonntagmittag andauern.

"Durch den flächigen und intensiven Niederschlag in einem relativ kurzen Zeitraum werden die vielen Zubringer die Saalach und Salzach auf jeden Fall anschwellen lassen", erklärte Barbara Staudinger vom Hydrographischen Dienst des Landes Salzburg. Laut Katastrophenschutz kann es noch bis Sonntag zu Unterspülungen, Wassereintritten und Beeinträchtigungen des Verkehrs kommen. Mit den Einsatz- und Rettungsorganisationen sowie mit der ZAMG werde enger Kontakt gehalten, um schnell reagieren zu können. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, bei Starkregenfällen unnötige Fahrten und Spaziergänge zu vermeiden.

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