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Jugend forsch: LUM!X feat. Pia Maria beim Song Contest

Österreich startet heuer mit jugendlichem Elan in den Song Contest. Der 19-jährige DJ und Produzent LUM!X geht mit der 18-jährigen Sängerin Pia Maria ins Rennen. Vor allem Luca Michlmayr alias LUM!X ist alles andere als ein Newcomer im Musikgeschäft.

Schon mit elf Jahren lud der Oberösterreicher Michlmayr seine ersten Musikstücke auf Soundplattformen hoch. Es sollte nicht lange dauern, bis ein schwedisches Plattenlabel ihn unter Vertrag nahm. Ein Remix seines Songs „Monster“ wurde 2019 zum internationalen Hit – in Kollaboration mit dem Italiener Gabry Ponte. Der ist ein alter Hase im Geschäft – er war Teil von Eifel 65, die mit „Blue (Da Ba Dee)“ 1999 einen internationalen Eurodance-Superhit landeten.

LUM!X steht quasi für die übernächste Generation von Eurodance, er feierte mit „Thunder“ im Vorjahr und „The Passenger (LaLaLa)“ 2020 schon die nächsten internationalen Erfolge. Neben der Iggy-Pop-Nummer arbeitete er sich auch an anderen Klassikern ab, etwa an Peter Schillings „Major Tom“, bei „Annie Are You Ok“ ist zumindest der Titel von Michael Jacksons „Smooth Criminal“ entlehnt. Auf der Habenseite stehen bei LUM!X jedenfalls zahlreiche internationale Kooperationen, Streamingabrufe im hohen dreistelligen Millionenbereich und damit auch internationale Bekanntheit in der einschlägigen Szene.

LUM!X feat. Pia Maria ORF/Roman Zach-Kiesling
Mit Zuversicht nach Turin
Verdiente Partystimmung

Die Tirolerin Pia Maria ist dagegen ein eher unbeschriebenes Blatt. Auch sie begann schon früh, Songs zu schreiben und Musik zu machen. Mit jugendlichem Eifer wollen die beiden nun an die Sache herangehen: „Ich denke, dass Österreich mit zwei Teenagern auf jeden Fall gut vertreten ist. In unserem Alter hat man viel weniger Druck, denn selbst wenn etwas schiefgeht, dann öffnen sich andere Perspektiven – gerade dadurch ist man freier und man kann sich viel mehr auf das fokussieren, was man eigentlich rüberbringen möchte und was nicht“, so LUM!X.

ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz sagt, die beiden stünden „für eine Generation, die es nach langer Zeit kaum mehr erwarten kann, wieder auszugehen, zu feiern und zu tanzen. Und wir alle haben uns doch ein wenig Partystimmung verdient – genau diese vermittelt unser Song-Contest-Beitrag.“

Startplatz im ersten Semifinale

Die beiden, das steht bereits fest, werden am 10. Mai im ersten Semifinale versuchen, sich für das Finale am 14. Mai zu qualifizieren. Nach dem sensationellen dritten Platz von Cesar Sampson 2018 lief es für Österreich zuletzt weniger gut: Paenda verpasste 2019 ebenso den Finaleinzug wie Vincent Bueno im Vorjahr. 2020 fiel der Song Contest wegen der Coronavirus-Pandemie aus.

Von der Konkurrenz ist noch wenig bekannt, die meisten Vorausscheidungen laufen noch – in vielen Ländern als TV-Events an mehreren Abenden. Titelverteidigerland Italien hat hingegen schon das Team gekürt. Das Sanremo-Festival, eine opulente Leistungsschau der italienischen Musik an fünf Abenden, entschied das Duo Mahmood & Blanco mit der Nummer „Brividi“ für sich.

Sieg rentiert sich

Mahmood vertrat Italien bereits 2019 beim Song Contest in Israel. Mit seinem Song „Soldi“ musste er sich damals nur dem Niederländer Duncan Laurence geschlagen geben und landete auf Platz zwei. Diesmal tritt er nicht als Rapper an, sondern mit Duettpartner Bianco und einer Ballade.

Das Sanremo-Festival unterstrich auch heuer wieder, dass Italien als eines der wenigen Länder den Song Contest so ernst nimmt, dass man auch keine Angst hat, ein potenzielles Siegerlied zu schicken. Und das zahlt sich aus. Die Vorjahressieger Maneskin nutzten das Event wie wenige Acts in jüngerer Vergangenheit für einen Karriereschub: Die Glam-Rock-Band war seitdem mit etlichen Hits in internationalen Charts vertreten und gern gesehener Gast auf Festivals.

Fehlender Mut bei Vorausscheidungen

Das hat sich auch Spanien zu Herzen genommen: Nach einer langen Durststrecke veranstaltete der Sender RTVE heuer wieder ein mehrstufiges Auswahlverfahren als TV-Event. Siegerin Chanel Terrero fällt zwar in die oft imitierte „Fuego“-Kategorie, der Nachahmer des Erfolgstitels von Eleni Foureira aus 2018 ist aber zumindest konkurrenzfähig.

Das spanische Benidorm-Festival bewies aber auch einmal mehr, dass in der Vorauswahl oft Songs durchfallen, deren Originalität wirklich frischen Wind auf die Song-Contest-Bühne bringen würden – und dass den nationalen Entscheidern dann oft das letzte Eck Mut und Courage fehlt. So landete in Spanien Rigoberta Bandini auf Platz zwei – mit einem feministischen Statement gegen Prüderie und Busenphobie. Echt.

Und in Norwegen fiel, wie der solche „Perlen der Vorentscheidungen“ gebührend würdigende Blog Aufrecht Gehn berichtet, die Folk-Metal-Band Trollfest, die in Flamingokostümen gegen das Artensterben anbrüllte, einer missverstandenen Ernsthaftigkeit bei der Beitragsauswahl zum Opfer.

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