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Enzym identifiziert - Forscher finden Biomarker für plötzlichen Kindstod

Für die Eltern ist es ein Drama: Manchmal stirbt ein zuvor gesundes Baby vollkommen unerwartet, ohne dass sich dafür eine logische Erklärung gibt. ...
13.05.2022 17:32 |
Enzym identifiziert
(Bild: dpa/Rolf Haid (Symbolbild))
(Bild: dpa/Rolf Haid (Symbolbild))

Für die Eltern ist es ein Drama: Manchmal stirbt ein zuvor gesundes Baby vollkommen unerwartet, ohne dass sich dafür eine logische Erklärung gibt. Plötzlicher Kindstod lautet die Diagnose in solchen Fällen. Die Zahl solcher Todesfälle ist zwar dank Kenntnis von gewissen Risikofaktoren gesunken, trotzdem gibt es noch immer Fälle des international als SIDS bezeichneten plötzlichen Kindstodes. Jetzt haben australische Forscherinnen ein Enzym identifiziert, das Säuglinge dafür anfällig macht.

Bereits seit Längerem wurde vermutet, dass SIDS (Sudden Infant Death Syndrome, Anm.) möglicherweise durch einen Defekt in jenem Teil des Gehirns verursacht wird, der die Verbindung zwischen Schlaf und Atmung steuert. Demnach lässt der Defekt das Kind nicht aufschrecken oder aufwachen, wenn es im Schlaf aufhört zu atmen.

Um diesem Defekt auf die Spur zu kommen, haben nun Forscherinnen im Kinderkrankenhaus Westmead in Sydney Blutproben von mehr als 60 an plötzlichem Kindstod verstorbenen Säuglingen, die bei ihrem Tod zwischen einer Woche und zwei Jahre alt waren, näher unter die Lupe genommen. Jede der SIDS-Proben wurde anschließend mit Blut verglichen, das man gesunden Babys entnommen hat.

(Bild: AFP)
(Bild: AFP)

Ein Team um Carmel Therese Harrington fand heraus, dass bei gestorbenen Säuglingen die Aktivität eines Enzyms namens Butyrylcholinesterase (BChE) signifikant niedriger war als bei lebenden Säuglingen bzw. bei anderen Todesfällen von Kindern ohne SIDS. BChE spielt eine wichtige Rolle im Erregungsweg des Gehirns, was erklärt, warum der plötzliche Kindstod typischerweise im Schlaf auftritt.

Risiko durch Screening-Test senkenDie Entdeckung eröffne die Möglichkeit, Kinder mit SIDS-Risiko rechtzeitig zu erkennen, schreiben die an der Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen. Möglich wäre beispielsweise die Entwicklung eines Screening-Tests.

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„Wollte herausfinden, warum er gestorben ist“Forscherin Harrington hatte vor 29 Jahren selbst ihren Buben durch SIDS verloren. Dem Sender ABC erzählte sie über den Todesfall: „Sie sagten nur, es sei eine Tragödie. Aber es war eine Tragödie, die einfach nicht gut zu meinem wissenschaftlichen Gehirn passte“, sagte die Medizinerin dem australischen Sender ABC. Es habe ihr keine Ruhe gelassen und „ich wollte herausfinden, warum er gestorben ist“, so Harrington. Sie habe seither daran gearbeitet, die Ursache von SIDS zu finden.

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