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Krieg gegen die Ukraine: ++ Weitere Evakuierte erreichen Saporischschja ++

Busse mit Evakuierten auch aus dem Stahlwerk in Mariupol haben die Stadt Saporischschja erreicht. Ukrainische Behörden melden mehrere tote Zivilisten im Gebiet Charkiw. Die Entwicklungen von Sonntag zum Nachlesen im Liveblog.

Liveblog

Stand: 09.05.2022 00:29 Uhr

Busse mit Evakuierten auch aus dem Stahlwerk in Mariupol haben die Stadt Saporischschja erreicht. Ukrainische Behörden melden mehrere tote Zivilisten im Gebiet Charkiw. Die Entwicklungen von Sonntag zum Nachlesen im Liveblog.

00:29 Uhr

Ende des Liveblogs

Hiermit schließen wir den Liveblog für heute und wünschen eine gute Nacht. Hier geht es weiter:

00:14 Uhr

Klingbeil: "Wir hätten eher abbiegen müssen"

SPD-Chef Lars Klingbeil eingeräumt, dass Deutschland in der Vergangenheit Fehler im Umgang mit Russland gemacht habe. "Wir hatten immer einen politisch-gesellschaftlichen Konsens in diesem Land, dass wir eng an der Seite Russlands stehen wollen", so Klingbeil:

Da haben wir einen Fehler gemacht. Wir hätten eher abbiegen müssen.

Der SPD-Chef lobte die TV-Ansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz. Es sei wichtig gewesen, nochmals deutlich zu machen, "warum wir in diesen Tagen, in diesen Wochen an der Seite der mutigen Ukrainerinnen und Ukrainer stehen und warum wir ihnen helfen".

In diesem Zusammenhang warnte Klingbeil davor, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Deutungshoheit über den 8. Mai als Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs zu überlassen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Russland die Geschichte verfälscht. Und wir dürfen nicht zulassen, dass Putin versucht, die Interpretationshoheit über diesen 8. Mai, aber auch über den Krieg zu erlangen."

8.5.2022 • 23:46 Uhr

Melnyk enttäuscht von Scholz-Ansprache

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat sich von der Fernsehansprache des Bundeskanzlers mehr versprochen. In der ARD-Sendung "Anne Will" sagte Melnyk, er habe auf "viel mehr Konkretes" gehofft - etwa, wie angekündigte Waffenlieferungen an die Ukraine umgesetzt werden sollen.

Gleichzeitig drängte Melnyk darauf, dass die Bundesregierung die Lieferung schwerer Waffen ausweiten müsse. Es seien mehr "historische Entscheidungen" nötig, mehr, als die bislang zugesicherten sieben Panzerhaubitzen. "Wenn wir den Bundeskanzler hören, der sagt, Russland darf nicht gewinnen, das heißt, dass man alles, wirklich alles unternehmen sollte, (...) um uns zu helfen in dieser schwierigen Situation, in diesem Krieg, der schlimmste Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg", forderte Melnyk.

8.5.2022 • 23:18 Uhr

Guterres "entsetzt" über Luftangriff auf Schule

UN-Generalsekretär António Guterres hat sich "entsetzt" über den von der Ukraine berichteten russischen Angriff auf eine Schule mit dutzenden Toten gezeigt. Guterres bekräftigte nach Angaben seines Sprechers Stephane Dujarric in einer Erklärung, dass "Zivilisten und zivile Infrastruktur in Kriegszeiten" nicht angegriffen werden dürften. Der Angriff sei "eine weitere Erinnerung daran, dass in diesem Krieg, wie in so vielen anderen Konflikten, die Zivilisten den höchsten Preis zahlen".

Regionalgouverneur Serhij Gajdaj hatte am Morgen mitgeteilt, nach einem Luftangriff auf das Schulgebäude im Dorf Bilohoriwka in der ostukrainischen Region Luhansk vom Samstag würden rund 60 Tote befürchtet. Bewohner des Dorfs hätten in dem Gebäude Schutz vor Luftangriffen gesucht, als es von Bomben getroffen und vollständig zerstört worden sei. In dem Gebäude hätten sich insgesamt 90 Menschen aufgehalten, sagte Gajdaj weiter. 27 seien gerettet worden. Sechzig weitere seien aber "sehr wahrscheinlich tot".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte später bei einer Videokonferenz mit den Staats- und Regierungschefs der G7, es gebe 60 Tote. "Erst gestern tötete eine russische Bombe in dem Dorf Bilohoriwka im Gebiet Luhansk 60 Menschen. Zivilisten", sagte Selenskyj.

8.5.2022 • 22:22 Uhr

Selenskyj zeichnet Minensuchhund aus

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem kanadischen Regierungschef Justin Trudeau einen Minensuchhund mit einer Medaille ausgezeichnet. Der Jack Russell Terrier Patron bekam den Orden "Für selbstlosen Dienst" verliehen, wie die Agentur Interfax-Ukraine mitteilte. Ein Video zeigt den Hund bellend vor Selenskyj und Trudeau.

Angeblich soll der zweieinhalb Jahre alte Hund sich das Minensuchen selbst beigebracht haben. Im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw habe er bereits auf mehr als 100 todbringende Gegenstände aufmerksam gemacht, heißt es. Die Ukraine gilt seit dem Ausbruch des Konflikts in der Ostukraine 2014 und dem russischen Überfall vom 24. Februar dieses Jahres als eines der am stärksten verminten Länder der Welt.

8.5.2022 • 22:08 Uhr

Konvoi mit weiteren Evakuierten erreicht Saporischschja

Ein Konvoi von Bussen mit Evakuierten aus der Südostukraine, darunter etwa 40 Zivilisten, die sich im Asowstal-Komplex im belagerten Mariupol verschanzt hatten, ist in der von der Ukraine kontrollierten Stadt Saporischschja eingetroffen. Nach Angaben des UN-Koordinators Osnat Lubrani kamen acht Busse in der Stadt an. Etwa 40 der 174 Evakuierten an Bord waren aus dem Stahlwerk gerettet worden. Lubrani sagte, in den vergangenen zehn Tagen Tagen seien 600 Menschen aus dem Gebiet evakuiert worden. Die Arbeit sei aber noch nicht getan. "Die UN ist sich bewusst, dass zahlreiche Menschen, die sich in den letzten Tagen den Evakuierungskonvois anschließen wollten, dies nicht tun konnten."

8.5.2022 • 21:17 Uhr

Habeck: Raffinerie Schwedt kann gerettet werden

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sieht trotz der Sanktionen gegen russisches Öl eine Zukunft für die Raffinerie im ostdeutschen Schwedt. Mit Öl aus anderen Ländern und einem vollen staatlichen Zugriff auf die Raffinerie könne man Schwedt retten und mittelfristig sogar zu einem Leuchtturmprojekt für Wasserstoff machen, sagt Habeck dem Sender "Welt" einem Vorab-Bericht zufolge. Man komme aber nicht weiter, solange sich der russische Ölkonzern Rosneft quer stelle.

Die Raffinerie versorgt den Großraum Berlin und Brandenburg und Teile Polens und gehört mehrheitlich Rosneft. Dort wird russisches Öl über eine Pipeline angeliefert. Habeck will am Montag nach Schwedt reisen.

8.5.2022 • 21:12 Uhr

Selenskyj hält Befreiung von Mariupol derzeit für unmöglich

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Befreiung der von russischen Truppen besetzten Hafenstadt Mariupol derzeit ausgeschlossen. "Die Ukraine hat nicht genügend schwere Waffen, um Mariupol auf militärischem Wege zu befreien", sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit Kanadas Regierungschef Justin Trudeau, der nach Kiew zu einem Solidaritätsbesuch angereist war.

Immerhin sei es auf diplomatischem Wege gelungen, Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk Azovstal herauszuholen, sagte Selenskyj. Für die verbliebenen ukrainischen Soldaten gestalte sich eine Evakuierung aber schwierig. "Die russischen Soldaten, die russische Armee, die Armeeführung und die politische Führung der Russischen Föderation wollen unsere Soldaten nicht herauslassen", sagte der ukrainische Staatschef.

Kiew habe die Türkei, Israel, Frankreich, die Schweiz, die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz um Vermittlung gebeten. Zuletzt hatte auch der Vorsteher der größten ukrainisch-orthdoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, Onufrij, den russischen Präsidenten Wladimir Putin gebeten, den ukrainischen Soldaten freien Abzug zu gewähren.

8.5.2022 • 20:50 Uhr

Kuleba kritisiert Auflagen zum 8. Mai in Berlin

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat die Verordnung der Berliner Polizei verurteilt, das Zeigen ukrainischer Flaggen beim Gedenken an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland zu verbieten. "Berlin hat einen Fehler gemacht, als es ukrainische Symbole verbot", schrieb Kuleba auf Twitter. "Es ist zutiefst falsch, sie gleichberechtigt mit russischen Symbolen zu behandeln." Die Entscheidung sei "ein Angriff auf all diejenigen, die derzeit Europa und Deutschland gegen die russische Aggression verteidigen", schrieb Kuleba weiter.

Die Berliner Polizei hatte für den 8. Mai Auflagen für insgesamt 15 Gedenkorte der Hauptstadt verhängt, wo keine Flaggen und militärischen Symbole erlaubt waren. Daher hatte die Polizei vor dem Sowjetischen Ehrenmal eine riesige Ukraine-Flagge eingerollt, die von Aktivisten mitgebracht worden war. Der Senat verteidigte die Entscheidung und erklärte, durch diese Regeln solle ein "würdevolles, friedliches Gedenken" ermöglicht werden. Überall sonst seien Fahnen in der Öffentlichkeit erlaubt.

8.5.2022 • 20:19 Uhr

Trudeau verspricht weitere Waffen und militärische Ausrüstung

Kanadas Premier Justin Trudeau hat bei seinem Besuch in Kiew neue Waffenlieferungen für die Ukraine angekündigt. Darüber hinaus beschließe Kanada Sanktionen gegen 40 weitere russische Staatsbürger. Die kanadische Botschaft in Kiew werde wiedereröffnet. Außerdem werde sein Land alle Handelszölle für ukrainische Importe für ein Jahr aussetzen.

8.5.2022 • 20:04 Uhr

Ukraine meldet tote und verletzte Zivilisten im Gebiet Charkiw

Durch Beschuss von Wohnsiedlungen sind im ostukrainischen Gebiet Charkiw offenbar mindestens drei Zivilisten getötet worden. Fünf weitere seien verletzt worden, teilte die Gebietsverwaltung im Nachrichtendienst Telegram mit. Örtliche Behörden informierten darüber hinaus über Raketenangriffe im benachbarten Gebiet Sumy. Details zu Zerstörungen und möglichen Opfern waren vorerst nicht bekannt. Früher am Tag hatte bereits die südukrainische Region Odessa viele zerstörte Wohnhäuser durch russischen Raketenbeschuss gemeldet.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

8.5.2022 • 19:40 Uhr

UN-Generalsekretär Guterres besucht Republik Moldau

UN-Generalsekretär António Guterres reist am Montag für einen zweitägigen Besuch in die Republik Moldau. Dort sind unter anderem Treffen mit der politischen Führung und ein Besuch eines Auffanglagers für ukrainische Kriegsflüchtlinge geplant. Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar sind fast eine halbe Million Ukrainerinnen und Ukrainer in das Nachbarland geflüchtet. Die meisten Flüchtlinge reisten weiter nach Rumänien und in andere EU-Länder, dennoch sind die Menschen für die kleine, verarmte ehemalige Sowjetrepublik eine große Belastung. Auch wuchs zuletzt die Furcht, dass der Krieg in der Ukraine auf das Nachbarland übergreifen könnte. In der moldauischen, pro-russischen Separatistenregion Transnistrien hat Russland etwa 1500 Soldaten stationiert.

8.5.2022 • 19:01 Uhr

Russisches Militär meldet weitere Angriffe

Russland hat weitere Ziele in der Ukraine beschossen. Nach Angaben der ukrainischen Regionalverwaltung von Luhansk wurden dabei in einer Ölraffinerie in Lyssytschansk Produktionsanlagen beschädigt. Das russische Verteidigungsministeriums erklärte, sechs Raketen- und Artillerielager in den Gebieten Luhansk, Donezk und Charkiw seien zerstört worden. Auf einem Bahnhof der Stadt Soledar seien Waffen und Militärausrüstung zerstört worden, die die Ukraine von den USA und anderen westlichen Staaten erhalten habe.

8.5.2022 • 18:24 Uhr

G7-Staaten verhängen neue Sanktionen gegen Russland

Vor den Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" in Moskau verhängen die G7-Staaten wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine neue Sanktionen gegen Russland. Das teilte das Weiße Haus in Washington mit. Zuvor hatten die Regierungschefs der G7-Staaten in einer Schaltkonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen.

Die Strafmaßnahmen zielen nach Angaben der US-Regierung unter anderem auf den für die Finanzierung des Krieges wichtigen russischen Energiesektor ab. Das Weiße Haus teilte mit, alle G7-Staaten hätten sich am Sonntag dazu verpflichtet, die Einfuhr von russischem Öl auslaufen zu lassen oder zu verbieten - die USA selber haben bereits ein entsprechendes Importverbot verhängt. In Brüssel verhandeln die EU-Länder ebenfalls über ein Öl-Embargo gegen Russland und weitere Strafmaßnahmen.

Ein US-Regierungsvertreter kündigte außerdem ein Verbot für unternehmerische Dienstleistungen für Firmen oder Personen in Russland an. Betroffen seien etwa Dienstleistungen im Bereich Buchhaltung, Management, Beratung oder Marketing. Die USA würden darüber hinaus Sanktionen gegen drei der wichtigsten Fernsehsender verhängen, die direkt oder indirekt von der Regierung von Präsident Wladimir Putin kontrolliert würden: Perwy Kanal. Rossija-1 und NTW. Der US-Regierungsvertreter sagte weiter, die USA würden ihre Exportkontrollen weiter verschärfen, um Russlands Kriegsanstrengungen zu schwächen.

8.5.2022 • 18:03 Uhr

Scholz: "Putin wird den Krieg nicht gewinnen"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges weitere Unterstützung im Kampf gegen Russland zugesagt. Die Bundesrepublik habe bei ihrer Hilfe für die Ukraine erstmals überhaupt in ihrer Geschichte "Waffen in ein solches Kriegsgebiet geschickt" und dabei "sorgfältig abwägend" auch schweres Gerät geliefert, sagte Scholz in einer Fernsehansprache. "Das setzen wir fort." Für ihn stehe fest: "Putin wird den Krieg nicht gewinnen."

8.5.2022 • 16:54 Uhr

Melnyk schlägt Mahnmal für ukrainische NS-Opfer vor

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk rief bei der Feier am 77. Jahrestag der deutschen Kapitulation die Bundespolitik dazu auf, in Berlin ein Mahnmal für die rund acht Millionen NS-Opfer aus der Ukraine, darunter mehr als 1,6 Millionen Juden, zu errichten. Dies wäre ein "wichtiges Zeichen der historischen Verantwortung" und könnte ein Beitrag zur Versöhnung sein, sagte Melnyk im brandenburgischen Parlament in Potsdam.

Auch im deutschen Geschichtsunterricht müssten die NS-Verbrechen in der Ukraine stärker thematisiert werden, betonte Melnyk. Bis heute werde oft ausgeblendet, dass die Ukraine Hauptziel des NS-Eroberungs- und Vernichtungskriegs gewesen sei.

Stattdessen hätten deutsche Politik und Gesellschaft lange die einstige Sowjetunion mit Russland gleichgesetzt. Es sei ein Teil der "gescheiterten Russland-Politik der vergangenen Jahrzehnte" in Deutschland, dass das durch die NS-Verbrechen verursachte Leid in anderen Teilen der früheren Sowjetunion ebenso übersehen werde wie deren Anteil an der Befreiung Europas.

8.5.2022 • 16:49 Uhr

CDU-Vorstoß: Schröder die Einnahmen für russische Konzerne wegnehmen

In der Debatte um die Kürzung der Amtsausstattung von Altkanzer Gerhard Schröder kommt aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der Vorstoß, ihm seine Einnahmen aus der Tätigkeit für russische Energiekonzerne zu nehmen. Man sollte den SPD-Politiker nicht weiterhin Millionen-Beträge für seine Tätigkeiten zugunsten von Gazprom und Rosneft verdienen lassen, sagte der CDU-Abgeordnete Thomas Heilmann der Nachrichtenagentur dpa.

"Das geht verhältnismäßig einfach, indem man ein entsprechendes Tätigkeitsverbot ausspricht. Beträge, die er dennoch erhalten würde, müsste er vollständig an die Staatskasse abführen", erläuterte Heilmann. Er habe den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags um eine Analyse gebeten, auf welchem rechtlichen Weg dies geschehen könnte. Schröder steht massiv in der Kritik, weil er sich trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht von seinen Posten für russische Energieunternehmen trennt.

8.5.2022 • 16:42 Uhr

Bas verspricht Selenskyj weitere Hilfe

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat der Ukraine weitere Unterstützung Deutschlands zugesagt. Bei Ihrem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew habe man auch über die EU-Perspektive der Ukraine gesprochen, sagte Bas der "Rheinischen Post". "Auch hier wird Deutschland die Ukraine unterstützen. Der Bundestag wird alle nötigen Verfahren beschleunigen." Zudem sei sie zuversichtlich, dass es zu einem groß angelegten Hilfsprogramm des Westens für einen Wiederaufbau in der Ukraine kommen werde.

8.5.2022 • 16:33 Uhr

Trudeau überraschend in Irpin eingetroffen

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat überraschend die ukrainische Stadt Irpin besucht. Das berichteten zunächst ukrainische Medien wie auch der Bürgermeister von Irpin. Die Nachrichtenagentur Ukrinform veröffentlichte zudem ein Foto, das den Regierungschef des NATO-Landes vor zerstörten Häusern zeigt.

Wenig später bestätigte die kanadische Regierung den Besuch und kündigte ein geplantes Treffen Trudeaus mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an. Irpin, das unweit von Kiew liegt, wurde in den ersten Wochen des Krieges stark durch russische Angriffe beschädigt und wurde später durch ukrainische Einheiten zurückerobert.

8.5.2022 • 16:33 Uhr

Jill Biden auf Überraschungsbesuch in der Ukraine

Jill Biden hat überraschend die Ukraine besucht. Mitreisende US-Journalisten berichteten, die US-Amerikanische First Lady sei von der Slowakei aus in die Ukraine eingereist und knapp zwei Stunden dort geblieben. In der Stadt Uschorod sei sie mit Flüchtlingen zusammengekommen. Sie habe außerdem die Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Olena Selenska, getroffen. Biden und Selenska hätten rund eine Stunde lang ein bilaterales Gespräch geführt.

Jill Biden sagte den mitreisenden Journalisten zufolge: "Ich wollte zum Muttertag kommen. Ich dachte, es sei wichtig, dem ukrainischen Volk zu zeigen, dass dieser Krieg aufhören muss." Die USA stünden an der Seite der Ukraine. Selenska habe Biden für den "mutigen" Besuch gedankt und über einen Übersetzer gesagt: "Denn wir verstehen, was es für die First Lady der USA bedeutet, während eines Krieges hierher zu kommen, wo jeden Tag Militäraktionen stattfinden, wo auch heute noch jeden Tag die Luftsirenen ertönen."

Jill Biden traf sich in Uschorod mit Olena Selenska, der Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Bild: AFP

8.5.2022 • 15:45 Uhr

Giffey betont Bedeutung eines vereinten Europas

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat bei einer Gedenkveranstaltung an das Ende des Zweiten Weltkriegs betont, Deutschland wisse "um die große Bedeutung eines vereinten Europas in Frieden und Demokratie". Giffey erklärte, es bedrücke sie, "dass keine zwei Flugstunden von Berlin entfernt ein Krieg in Europa Menschen wieder furchtbares Leid bringt". Zugleich wünsche sie sich, "dass trotz der Situation in der Ukraine ein angemessenes und würdiges Gedenken an die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus in Berlin möglich ist".

Heftige Diskussionen gab es im Vorfeld über Auflagen in der Hauptstadt an mehreren Gedenkorten. Der Senat hatte gestern nach heftiger Kritik des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk die Auflagen für insgesamt 15 Gedenkorte der Hauptstadt verteidigt, wo keine Flaggen und militärischen Symbole erlaubt sind, darunter eine Reihe Sowjetischer Ehrenmale sowie auch das Deutsch-Russische Museum.

8.5.2022 • 15:29 Uhr

Bisher keine EU-Einigung zu russischem Ölembargo

Die EU-Länder haben nach tagelangen Verhandlungen noch keine Einigung über ein Ölembargo gegen Russland erzielt. Es werde noch an Garantien für die Versorgungssicherheit bestimmter Länder gearbeitet, die in Bezug auf die Öl-Versorgung durch Pipelines aus Russland in einer besonderen Situation seien, teilten die französische Ratspräsidentschaft und die EU-Kommission mit. In den vergangenen Tagen habe man intensiv über Kompromissvorschläge diskutiert und wichtige Fortschritte erzielt.

Gespräche auf allen Ebenen würden Anfang der Woche fortgeführt, um das Sanktionspaket so schnell wie möglich anzunehmen, hieß es. Die EU-Kommission hatte zuvor vorgeschlagen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien noch mehr Zeit einzuräumen, um den Lieferstopp vollständig umzusetzen. Bulgarien etwa will ebenfalls eine Ausnahmeregelung. Mehreren Ländern ging der Vorschlag allerdings nicht weit genug. Sie forderten weitere Zugeständnisse - mehr Zeit, aber auch finanzielle Unterstützung.

Aus diplomatischen Kreisen hieß es, dass weiter an technischen Lösungen für die betroffenen Länder gefeilt werde. Damit das Sanktionspaket umgesetzt werden kann, müssen alle Länder zustimmen.

8.5.2022 • 15:03 Uhr

Odessa: Zerstörte Wohnungen nach Raketenangriff

Die Verwaltung der ukrainischen Hafenstadt Odessa hat nach russischen Angriffen von zahlreichen zerstörten Wohnhäusern berichtet. Mehr als 250 Wohnungen seien durch Raketenbeschuss beschädigt worden, teilte der Stadtrat der Schwarzmeer-Metropole auf Telegram mit. Davon sei nur noch ein Viertel derzeit bewohnbar. Über mögliche Todesopfer war zunächst nichts bekannt. Ukrainische Behörden hatten gestern mehrere Raketeneinschläge in Odessa gemeldet. Aus dem russischen Verteidigungsministerium hieß es später, mit Langstreckenwaffen sei Kriegsgerät der ukrainischen Luftwaffe zerstört worden.

In der ostukrainischen Großstadt Sjewjerodonezk, wo es schwere Kämpfe gibt, berichtete ein ukrainischer Politiker heute zudem über einen großflächigen Stromausfall. Auch in der Stadt Lyssytschansk seien Stromleitungen durch den russischen Beschuss zerstört worden, schrieb der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

8.5.2022 • 14:30 Uhr

Soldaten im Asowstal-Werk: "Wir werden weiter kämpfen"

Die im belagerten Stahlwerk Asowstal eingeschlossenen ukrainischen Kämpfer wollen ihren Widerstand notfalls bis zum bitteren Ende fortsetzen. "Wir werden weiter kämpfen, solange wir leben, um die russischen Besatzer zurückzuschlagen", sagte Hauptmann Swjatoslaw Palamar, stellvertretender Kommandeur des ukrainischen Asow-Regiments, auf einer Online-Konferenz. "Wir haben nicht viel Zeit, wir stehen unter starkem Beschuss", sagte er und bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Evakuierung verwundeter Soldaten aus der Anlage in der Hafenstadt Mariupol. Palamar fügt hinzu, er könne nicht bestätigen, dass bereits alle Zivilisten das Stahlwerk verlassen hätten.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

8.5.2022 • 14:27 Uhr

Band U2 tritt in Kiew auf

Musiker der irischen Rockband U2 sind überraschend in einer als Luftschutzbunker genutzten U-Bahn-Station in Kiew aufgetreten. Frontmann Bono und Gitarrist "The Edge" spielten Klassiker der Band wie den Song "Stand By Me", wie auf Videos ukrainischer Medien zu sehen ist. "Präsident Wolodymyr Selenskyj hat uns eingeladen, in Kiew zu spielen und unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen und das haben wir getan", schrieben die Musiker auf dem offiziellen Twitter-Account der Band.

"Die Menschen in der Ukraine kämpfen nicht nur für ihre eigene Freiheit, sondern für uns alle, die wir die Freiheit lieben", sagte Bono bei dem Konzert dem irischen Senders RTE zufolge. Die Nachrichtenagentur Unian schrieb, der Besuch des irischen Musikers sei unerwartet gewesen. Mit ihm aufgetreten sein soll demnach auch Taras Topolja von der ukrainischen Band Antytila.

8.5.2022 • 14:12 Uhr

Göring-Eckardt: Ukraine bangt um Getreidetransport aus Odessa

Angesichts der russischen Angriffe auf die ukrainische Hafenstadt Odessa bangen die Verantwortlichen dort um den Weitertransport des heimischen Getreides. Das sagte die Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckard nach Gesprächen mit ukrainischen Militärs und Politikern der Nachrichtenagentur dpa.

"Meine Gesprächspartner zeigten sich vor allem besorgt wegen der riesigen Getreidemengen für das Welternährungsprogramm, die am Hafen von Odessa liegen und nicht verschifft werden können", sagte die Grünen-Politikerin. "Die Russen konzentrieren ihre Angriffe derzeit vor allem auf kritische Infrastruktur, treffen aber auch zivile Ziele."

Göring-Eckardt war mit Serhii Hrynevetskyi von der Odessaer Regionalverwaltung, dem örtlichen Armeeverwalter Maksym Marchenko sowie Serhii Orlov, Mitarbeiter des ukrainischen Außenministeriums zusammengekommen.

8.5.2022 • 13:55 Uhr

Ukraine-Krieg überschattet Gedenkfeiern in Paris

Überschattet vom Krieg in der Ukraine hat Frankreich den Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland vor 77 Jahren gefeiert. Zur traditionellen Gedenkfeier legte Präsident Emmanuel Macron an der Statue von General de Gaulle am Ende der Champs-Elysées einen Kranz nieder. Später entfachte er am Triumphbogen symbolisch die Flamme am Grabmal des Unbekannten Soldaten. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie war dabei wieder die Öffentlichkeit zugelassen.

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine wies Kulturministerin Roselyne Bachelot auf die "besondere Bedeutung" der diesjährigen Feierlichkeiten hin. "Wir dachten, der Krieg sei aus Europa verschwunden", sagte sie vor Journalisten.  Außenminister Jean-Yves Le Drian schrieb auf Twitter, Frankreich vergesse beim Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs "nicht die Soldaten aus der gesamten ehemaligen Sowjetunion, einschließlich der Ukrainer und Russen, die zu diesem Sieg beigetragen" hätten. Doch lehne er "jede Form der Instrumentalisierung und Manipulation des Gedenkens" ab.

8.5.2022 • 13:51 Uhr

Bas gedenkt in Kiew Opfern des Zweiten Weltkriegs

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hat in Kiew gemeinsam mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Ruslan Stefantschuk der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Dass sie "als Repräsentantin des Landes, das den Zweiten Weltkrieg (...) zu verantworten hat", am Gedenktag zum Ende des Krieges in die Ukraine eingeladen worden sei, "ist ein großer Schritt", sagte Bas. Am Grabmal des unbekannten Soldaten in Kiew legte sie einen Kranz nieder.

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte Bas, dieser müsse aufhören. Ihr Besuch sei auch ein Zeichen für Demokratie und gemeinsame europäische Werte. Zuvor war sie vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen worden, wie auf einem Foto bei Twitter zu sehen war. 

8.5.2022 • 13:43 Uhr

Vatikan: Verhalten von Kyrill I. "erschütternd"

Der vatikanische Ökumene-Chef Kardinal Kurt Koch hat das Verhalten des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. in Sachen Ukraine kritisiert. Wenn ein derart furchtbarer Krieg sogar religiös legitimiert werde, "muss ein solches Verhalten jedes ökumenische Herz erschüttern", sagte Koch dem Schweizer Portal "kath.ch". Die Beziehungen des Vatikan zur russisch-orthododoxen Kirche hätten vor diesem Hintergrund "einen völlig anderen Charakter erhalten", so der Kurienkardinal.

Kyrill gilt als enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. In den vergangenen Wochen hatte der Geistliche den Einmarsch in die Ukraine unter anderem als "metaphysischen Kampf" des Guten gegen das Böse aus dem Westen gerechtfertigt. Auch in einer Videoschalte mit Papst Franziskus Mitte März verteidigte der Patriarch Moskaus Standpunkt. Franziskus forderte ihn später in einem Interview auf, sich nicht zum "Messdiener Putins" zu machen. Ein für Mitte Juni geplantes Treffen der beiden Kirchenoberhäupter wurde abgesagt.

8.5.2022 • 13:36 Uhr

Putin: Werden in Ukraine siegen "wie 1945"

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich mit Blick auf die Ukraine siegessicher gezeigt und Parallelen zum Zweiten Weltkrieg gezogen. "Wie 1945 wird der Sieg unser sein", sagte Putin am Sonntag. "Heute kämpfen unsere Soldaten wie ihre Vorfahren Schulter an Schulter für die Befreiung ihrer Heimat vom Nazidreck."

"Leider erhebt der Nationalsozialismus heute wieder sein Haupt", sagte der russische Präsident in einer an die Ukrainer gerichteten Passage. "Unsere heilige Pflicht ist es, die ideologischen Erben derer, die besiegt wurden", daran zu hindern, sich "ihre Revanche" zu verschaffen. Allen Bewohnern der Ukraine wünsche er eine "friedvolle und gerechte Zukunft". Russland feiert am 9. Mai traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland.

8.5.2022 • 13:19 Uhr

Ukrainer melden Rückzug aus umkämpfter Stadt Popasna

Russische Truppen haben nach wochenlangen Kämpfen laut ukrainischen Angaben die in Ruinen liegende Kleinstadt Popasna eingenommen. "Leider haben sich unsere Truppen tatsächlich etwas aus Popasna zurückgezogen, weil die Stadt mehr als zwei Monate lange beschossen wurde", sagte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, laut der Nachrichtenagentur Unian in einem Fernsehinterview. Die Ukrainer seien auf Stellungen etwas außerhalb der Stadt ausgewichen, fügte er hinzu.

In Popasna ist Hajdajs Angaben nach "alles bis auf die Grundmauern zerstört". Zugleich sprach der Gouverneur von schweren Kämpfen um die Ortschaft Wojewodiwka, einem Vorort der Großstadt Sjewjerodonezk. Alle Ortschaften im Gebiet Luhansk seien derzeit schwer umkämpft, doch die russischen Pläne, "das Luhansker Gebiet bis zum 9. Mai vollständig einzunehmen" seien unerreichbar, sagte er.

8.5.2022 • 13:12 Uhr

Botschafter Melnyk legt Kranz am Ehrenmal nieder

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk am Sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten einen Kranz zum Gedenken an die ukrainischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs niedergelegt. Mehrere hundert Menschen waren ebenfalls zum Mahnmal gekommen. Einige von ihnen skandierten bei der Kranzniederlegung des Botschafters "Melnyk raus". Andere Teilnehmende begannen daraufhin mit ukrainischen Sprechchören. Viele trugen blaue und gelbe Kleidungsstücke - die Nationalfarben der Ukraine. In einem Video bei Twitter ist zu sehen, wie eine Gruppe eine große ukrainische Fahne entrollt, die von der Polizei kurz darauf entfernt wird.

8.5.2022 • 12:37 Uhr

Bas trifft ukrainischen Regierungschef Schmyhal

Zum Auftakt ihres Besuches in Kiew hat sich Bundestagspräsidentin Bärbel Bas mit dem ukrainischen Regierungschef Denys Schmyhal getroffen. Dieser schrieb anschließend auf Twitter, dass die Ukraine einen hohen Preis dafür zahle, die zivilisierte Welt zu verteidigen. Das Land zähle auf die Unterstützung Deutschlands beim Wiederaufbau und bei der Aufnahme in die Europäische Union.

Im Namen des Deutschen Bundestages will die SPD-Politikerin am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Denkmal für die ermordeten ukrainischen Juden in Babyn Jar Kränze niederlegen. Bas und der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk wollen gemeinsam aller zivilen und militärischen Opfer des Zweiten Weltkrieges gedenken. Geplant ist auch ein Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

8.5.2022 • 12:23 Uhr

Jill Biden spricht mit Geflüchteten aus der Ukraine

US-First-Lady Jill Biden hat in der Slowakei ein Aufnahmezentrum für ukrainische Kriegsflüchtlinge besucht. In einer Schule in Kosice sprach sie mit Flüchtlingskindern, die dort unterrichtet werden, und mit deren Eltern. Sie wolle zeigen, dass die Amerikaner sie unterstützten, sagte Biden. Die Kinder hatten zum Muttertag Geschenke gebastelt. Das Aufnahmezentrum an einem Busbahnhof in Kosice ist eines von sechs in der Slowakei und versorgt nach US-Angaben im Durchschnitt täglich etwa 300 bis 350 Menschen. Sie werden in Notunterkünfte gebracht, erhalten unter anderem Essen, Kleidung und die Möglichkeit, sich zu duschen.

Biden informiert sich auf einer viertägigen Reise über die Aufnahme von Menschen, die vor der russischen Invasion in die Ukraine von dort geflohen sind. Am Freitag und Samstag war sie in Rumänien, wo sie außer Flüchtlingen auch US-Soldaten traf.

Die First Lady der USA, Jill Biden, beim Besuch des Aufnahmezentrums für ukrainische Kriegsflüchtlinge in Kosice in der Slowakei. Bild: REUTERS

8.5.2022 • 12:10 Uhr

DGB-Chef Hoffmann fordert von Russland Ende des Kriegs

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin anlässlich des Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa zu einem Ende des Kriegs in der Ukraine aufgefordert. "Nutzen Sie diesen Tag des Friedens und beendigen Sie diesen völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine sofort", sagte Hoffmann. Er sprach zur Eröffnung des 22. DGB-Bundeskongresses in Berlin. "Waffenstillstand jetzt" laute die Forderung der deutschen, der europäischen und der internationalen Gewerkschaften weltweit.

8.5.2022 • 11:23 Uhr

Faeser: Polizeieinsatz gegen Kriegsverherrlichung

Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat zu Gedenkfeiern rund um den 8. und 9. Mai darauf hingewiesen, dass die Polizei gegen eine Verherrlichung des Krieges Russlands gegen die Ukraine scharf vorgehen wird. "Ich bin der Polizei sehr dankbar, dass sie am 8. und 9. Mai mit sehr starken Kräften im Einsatz ist, um Aktionen zu verhindern, die den russischen Angriffskrieg und die russischen Kriegsverbrechen verherrlichen", sagte Faeser dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es gebe scharfe Auflagen. "Und es muss ein sofortiges Einschreiten geben, wenn es zu verherrlichender Kriegspropaganda oder zu Gewalt kommt", so die SPD-Politikerin. "Wir achten gerade in diesen Tagen sehr genau darauf, dass die russische Kriegspropaganda nicht durchdringt."

8.5.2022 • 11:21 Uhr

Steinmeier: Russischer Angriff ist Epochenbruch

"Dieser Krieg ist ein Bruch mit vielem, was uns als selbstverständlich galt. Er ist ein Epochenbruch", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Er sprach anlässlich des 77. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs zur Eröffnung des Bundeskongresses des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin. Der Traum des gemeinsamen europäischen Hauses sei gescheitert und ein Albtraum an seine Stelle getreten. "Dieser 8. Mai ist ein Tag des Krieges", so Steinmeier.

Russlands Präsident Wladimir Putin zerstöre damit "endgültig die Grundlage der europäischen Friedensordnung", gebaut aus territorialer Souveränität, freier Bündniswahl und Gewaltverzicht. Der Angriff auf die Ukraine sei "auch ein Angriff auf die Idee der liberalen Demokratie und auf die Werte, auf denen sie gründet: Freiheit, Gleichheit, die Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde", sagte Steinmeier.

Bundespräsident Steinmeier nennt Ukraine-Krieg "Epochenbruch"

tagesschau24 13:00 Uhr, 8.5.2022

8.5.2022 • 11:03 Uhr

Bahn brachte 300.000 Schutzsuchende nach Deutschland

Die Deutschen Bahn hat nach Angaben von Bundesverkehrsminister Volker Wissing bislang mehr als 300.000 Schutzsuchende aus der Ukraine nach Deutschland gebracht. Dafür wurden kostenlose Tickets in dieser Zahl ausgegeben, wie Wissing den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte. Aktuell gehe die Zahl der Menschen zurück, die aus der Ukraine nach Deutschland flüchteten, so Wissing. Viele Menschen blieben in Polen in Grenznähe zur Ukraine.

8.5.2022 • 10:49 Uhr

Ukraine attackiert offenbar besetzte Schwarzmeerinsel

Die Ukraine hat offenbar erneut die von russischen Truppen zu Beginn der Invasion eroberte Schlangeninsel angegriffen. Von der Nachrichtenagentur AP analysierte Satelliten-Aufnahmen zeigten demnach Rauch über zwei Stellen der Schwarzmeerinsel. Auch ein Brand sei zu erkennen gewesen. Bilder zeigten, dass die meisten Gebäude auf der Insel zerstört waren ebenso wie offenbar ein Landungsschiff. Das ukrainische Militär veröffentlichte ein Video, das einen Angriff auf einen russischen Hubschrauber zeigen soll, der zur Schlangeninsel flog - möglicherweise um Soldaten Hilfe zu bringen, die bei Angriffen tags zuvor verletzt worden sind.

Dichter Rauch steigt über der Schlangeninsel auf nach einem mutmaßlichen ukrainischen Drohnenangriff auf russische Stellungen am 06.05.2022. Die nur wenige Hektar große Insel liegt in etwa auf der Höhe der Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine im Schwarzen Meer und war Ende Februar von russischen Truppen besetzt worden. Bild: dpa

8.5.2022 • 10:35 Uhr

Russland meldet Zerstörung ukrainischen Kriegsschiffs

Das russische Militär hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ein ukrainisches Kriegsschiff nahe Odessa zerstört. Raketen hätten eine Korvette getroffen. Zudem habe die russische Luftabwehr über der Schlangeninsel im Schwarzen Meer zwei ukrainische Bomber und einen Hubschrauber abgeschossen, teilte das Ministerium mit.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

8.5.2022 • 10:29 Uhr

Selenskyj mit emotionaler Botschaft zum Weltkriegsende

In einer emotionalen Videoansprache aus dem schwer zerstörten Kiewer Vorort Borodjanka hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Parallelen zwischen dem deutschen Überfall im Zweiten Weltkrieg und der jetzigen russischen Invasion gezogen. "In der Ukraine haben sie eine blutige Neuauflage des Nazismus organisiert", sagte Selenskyj über den russischen Angriff auf die Ukraine in einem Schwarzweiß-Video vor den Trümmern eines Wohnhauses. "Eine fanatische Imitation des Regimes, seiner Ideen, Handlungen, Worte und Symbole. Eine verrückte detailgetreue Wiedergabe seiner Bestialitäten und Alibis, die diesem Bösen angeblich ein heiliges Ziel geben." Seit Beginn der Invasion hätten die russischen Truppen viele Gräueltaten der Nazis wiederholt, wenn auch unter anderen Parolen, sagte Selenskyj.

8.5.2022 • 10:16 Uhr

Viele Suchanfragen beim Roten Kreuz eingegangen

Bei der Flucht aus der Ukraine haben seit Beginn des Krieges viele Menschen den Kontakt zu ihren Angehörigen verloren. Beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes sind dazu bisher 107 Suchanfragen von Personen eingegangen, die ihre Angehörigen vermissen, teilte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt mit. "Wir unternehmen alles, um diesen Menschen zu helfen und den Kontakt wiederherzustellen. Die Möglichkeiten sind derzeit aufgrund der aktuellen Kampfhandlungen jedoch deutlich eingeschränkt", sagte Hasselfeldt. "Wir gehen außerdem davon aus, dass die Zahl der Suchanfragen weiter steigen wird."

Familien, die infolge bewaffneter Konflikte getrennt werden, hätten ein Recht darauf zu erfahren, wo sich ihre Angehörigen befinden und was mit ihnen geschehen ist, so die DRK-Präsidentin. Derzeit würden die Suchanfragen von ukrainischen Geflüchteten in Deutschland gesammelt und an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) weitergeleitet, das mit eigenen Mitarbeitern vor Ort in der Ukraine vertreten ist. "Die aktive Suche kann dort allerdings erst beginnen, wenn die Kampfhandlungen beendet sind", so Hasselfeldt. Etliche Suchanfragen beträfen Frauen und Kinder, die in der zerstörten Stadt Mariupol vermisst würden.

8.5.2022 • 10:09 Uhr

London: Moskau setzt wegen Verlusten Offiziere ein

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste setzt Russland in seinem Angriffskrieg in der Ukraine aufgrund großer Verluste in den eigenen Truppen ranghohe Kommandanten im Kampf ein. Allerdings gebe es bislang keine Anzeichen dafür, dass die Anwesenheit dieser Offiziere im Gefecht zu einem verbesserten Einsatzkonzept geführt habe, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Planungsfehler würden demnach weiterhin einen Fortschritt untergraben. Außerdem führe die Strategie zu überproportional hohen Verlusten unter den russischen Offizieren. Da die getöteten Kommandanten dann von weniger ausgebildeten Soldaten ohne Führungserfahrung ersetzt würden, sei damit zu rechnen, dass die konzeptionellen Probleme anhalten würden.

8.5.2022 • 09:23 Uhr

Ukraine: Truppen in Transnistrien voll gefechtsbereit

In der moldauischen Region Transnistrien sind nach ukrainischen Angaben russische Truppen und Kräfte der herrschenden Separatisten in volle Alarmbereitschaft versetzt worden. Sie seien vollständig gefechtsbereit, teilte das ukrainische Militär mit. Was das im Einzelnen bedeutet, wurde nicht erläutert. Transnistrien liegt an der Grenze zwischen Moldau und der Ukraine.

Separatisten hatten die Region Anfang der 1990er Jahre für unabhängig erklärt, dies ist aber von keinem Staat anerkannt worden. Russland hat Soldaten dort stationiert, die es offiziell als Friedenstruppe bezeichnet. Im Zuge ihrer Invasion in die Ukraine haben russische Militärs die Eroberung einer Landverbindung nach Transnistrien zu einem ihrer Ziele erklärt. Dadurch würde die Ukraine vom Schwarzen Meer abgeschnitten.

8.5.2022 • 09:20 Uhr

Mariupol: Gnadenloser Kampf um Stahlwerk befürchtet

Nachdem alle Zivilpersonen aus dem Stahlwerk in Mariupol herausgeholt worden sind, befürchtet die Ukraine gnadenlose Kämpfe zwischen ihren dort verschanzten Soldaten und den russischen Truppen. Der ukrainische Generalstab teilte mit, die Einheiten im Bereich des Stahlwerks seien weiterhin blockiert. Es gebe russische Angriffe mit Unterstützung von Artillerie und Panzerangriffen. "Der Feind versucht, den Verteidigern von Asow-Stahl den Rest zu geben", sagte Oleksij Arestowytsch, Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

8.5.2022 • 09:17 Uhr

Bundestagspräsidentin Bas in Kiew eingetroffen

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas ist in Kiew eingetroffen, wo sie an den Gedenkveranstaltungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa vor 77 Jahren teilnehmen will. Die SPD-Politikerin ist nach dem Bundespräsidenten die zweithöchste Repräsentantin der Bundesrepublik und damit die wichtigste deutsche Politikerin, die die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs besucht. Sie folgt einer Einladung des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk. Im Namen des Deutschen Bundestages will Bas am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Denkmal für die ermordeten ukrainischen Juden in Babyn Jar Kränze niederlegen.

Bas und Stefantschuk wollen gemeinsam aller zivilen und militärischen Opfer des Zweiten Weltkrieges gedenken. Geplant ist auch ein Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

8.5.2022 • 07:37 Uhr

Ukraine: Bis zu 60 Tote nach Luftangriff auf Schule

Nach einem russischen Luftangriff auf eine Schule im Gebiet Luhansk sprechen die ukrainischen Behörden von möglicherweise bis zu 60 Toten. Nach einem Luftschlag auf die Schule in Bilogoriwka seien bisher zwei Leichen geborgen worden, teilte der Gouverneur der Region Serhij Hajdaj auf seinem Telegram-Kanal mit. "Wahrscheinlich sind alle 60 Menschen, die noch unter den Trümmern des Gebäudes liegen, tot", schrieb er. Der Luftangriff ereignete sich seinen Angaben nach bereits am Vortag.

In dem Schulgebäude hatten 90 Personen vor den Angriffen Schutz gesucht. Durch den Bombenabwurf brach ein Feuer in der Schule aus und das Gebäude stürzte zusammen. 30 Menschen konnten die Einsatzkräfte retten - sieben davon waren verletzt, so der Gouverneur. Bilogoriwka ist eine städtische Siedlung etwa zehn Kilometer westlich von Lyssytschansk. Die Ortschaft ist schwer umkämpft.

8.5.2022 • 07:10 Uhr

Verstärkte russische Bodenangriffe im Donbass

Nach mehreren Tagen ohne nennenswerte Fortschritte haben die russischen Truppen bei ihren Angriffen im Donbass-Gebiet nach ukrainischen Angaben nun wieder Geländegewinne erzielt. "In Richtung Liman hat der Feind durch Angriffe den Nordrand von Schandrigolowe erobert", teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Schandrigolowe liegt rund 20 Kilometer nördlich der Großstadt Slowjansk, die Teilziel der russischen Operation im Donbass ist. Darüber griffen die russischen Truppen auch weiterhin in Richtung Sjewjerodonezk, Popasna, und Awdijiwka. "In Richtung Kurachowe versuche der Feind seine Offensive auf Nowomychajliwka mit Unterstützung der Artillerie wieder aufzunehmen", heißt es zudem.

In Mariupol würden die ukrainischen Einheiten weiterhin im Stahlwerk blockiert. Mit Luft- und Artillerieunterstützung setzen die russischen Truppen dort ihre Sturmversuche fort. Insgesamt spricht die ukrainische Militärführung von n

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