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Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 08:37 London: Russen wollen Großstädte in Ostukraine einkesseln +++

Ukraine-Krieg im Liveticker

McDonald's in Russland hat mögliche Markennamen für das Unternehmen angemeldet, das seine Fast-Food-Restaurants dort übernimmt. Im Gespräch sind "Fun and Tasty" und "The Same One", wie aus den Anmeldungen bei der russischen Agentur Rospatent hervorgeht. Auch möglich wären demnach "Just Like That" oder "Open Checkout". McDonald's besitzt 84 Prozent seiner Restaurants in Russland, hat das Land wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine jedoch im Februar verlassen. Die Restaurants, die dem Unternehmen gehören, werden an Alexander Govor verkauft, der einen Franchise-Betrieb mit 25 Restaurants führt. Andere Franchisenehmer erhalten die Möglichkeit, unter der neuen Marke zu arbeiten.

+++ 14:30 Russland verspricht 50 Millionen Tonnen Getreideexporte +++Russland will seine Getreideexporte nach den Worten von Landwirtschaftsminister Dmitri Patruschew deutlich steigern. In diesem Getreidejahr habe Russland bereits mehr als 35 Millionen Tonnen ausgeführt, darunter 28,5 Millionen Tonnen Weizen, sagt Patruschew auf einer Getreidemesse. Bis Ende des Getreidejahrs Ende Juni werde das Volumen 37 Millionen Tonnen übersteigen. Im kommenden Getreidejahr "schätzen wir unser Exportpotenzial auf 50 Millionen Tonnen".

Im Gegensatz dazu wird das derzeit geltende Exportverbot für Sonnenblumen über den August hinaus verlängert, wie Vizelandwirtschaftsministerin Oxana Lut erklärt hat. Sie begründet dies mit mangelnden Reserven im eigenen Land für die Herstellung von Sonnenblumenöl.

+++ 14:14 Selenskyj: Russland hat zwölf Millionen Menschen vertrieben +++Durch Russlands Krieg gegen die Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj rund zwölf Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden. Rund 5,5 Millionen Menschen hätten das Land verlassen, sagt er in einer Ansprache für ein indonesisches Forschungsinstitut.

+++ 13:55 Mehrere Tote bei russischem Angriff auf Militärstützpunkt +++Bei russischen Angriffen auf einen Militärstützpunkt in der ukrainischen Stadt Dnipro sind nach ukrainischen Angaben "rund zehn Menschen" getötet worden. "Ein Truppenübungsplatz der Nationalgarde ist heute Morgen von Iskander-Raketen getroffen worden", sagt der Regionalleiter der Nationalgarde, Gennady Korban, dem Fernsehsender Dnipro TV. Weitere 30 bis 35 Menschen seien verletzt worden.

+++ 13:34 Ministerin Schulze gibt Putin die Schuld an "Hungerkatastrophen" +++Entwicklungsministerin Svenja Schulze fordert bei ihrem Ukraine-Besuch den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu auf, Getreidelieferungen über die ukrainischen Häfen zu ermöglichen. "Putin ist daran schuld, dass es in vielen Ländern jetzt womöglich zu Hungerkatastrophen kommt", sagt Schulze im Kiewer Vorort Borodjanka. Die Ministerin weist die russischen Vorwürfe zurück, dass die westlichen Sanktionen eine globale Hungerkrise provozierten. Lebensmittel seien von den Sanktionen ausgeschlossen.

+++ 13:07 Kreml bemängelt "widersprüchliche Aussagen" der ukrainischen Regierung +++Russland wirft der Ukraine widersprüchliche Äußerungen zu Friedensgesprächen vor. Dass die Gespräche eingefroren seien, liege in der Verantwortung der Regierung in Kiew, sagt der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow. "Die ukrainische Führung macht ständig widersprüchliche Aussagen. Das erlaubt es uns nicht, vollständig zu verstehen, was die ukrainische Seite will."

+++ 12:51 Russland bestätigt Raketenangriffe auf die Stadt Bachmut +++Russlands Militär bestätigt Angriffe auf die ostukrainischen Gebiete Charkiw und Donezk. Auf eine ukrainische Brigade in der heftig umkämpften Stadt Bachmut in Donezk etwa seien Raketen abgefeuert worden, sagt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Im Charkiwer Gebiet seien Militärobjekte ebenfalls mit Raketen beschossen worden. Die ukrainische Seite hatte bereits am Donnerstag mehrere Tote durch russischen Beschuss in Charkiw beklagt.

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Zwei Männer zwischen schwer beschädigten Häusern in der ostukrainischen Stadt Bachmut. Das Bild entstand am 24. Mai.

(Foto: dpa)

+++ 12:29 Selenskyj: Russland noch nicht bereit für ernsthafte Friedensgespräche +++Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Worten bereits mehrfach versucht, ein direktes Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu organisieren, um den Krieg zu beenden. Russland sei aber anscheinend noch nicht bereit für ernsthafte Friedensgespräche, sondern stelle nur Ultimaten. "Wir wollen unser Leben zurück", sagt Selenskyj. "Wir wollen das Leben eines souveränen Landes auf seinem eigenen Territorium zurückerobern."

+++ 12:14 Entwicklungsministerin Schulze besucht Ukraine und sagt Millionenhilfe zu +++Entwicklungsministerin Svenja Schulze ist als zweites Mitglied der Bundesregierung seit Beginn des russischen Angriffskrieges in die Ukraine gereist. Bei einem Besuch des schwer zerstörten Kiewer Vororts Borodjanka sichert sie den Menschen zivile Hilfe aus Deutschland zu. 185 Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen seien bereits genehmigt, sagt Schulze in Borodjanka. Konkret sollen etwa Wohnungen und Stromleitungen gebaut werden.

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In Kiew traf Ministerin Schulze (links) die ukrainische Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk.

(Foto: IMAGO/photothek)

+++ 12:01 Selenskyj: "Es sind Dinge mit dem russischen Staatschef zu besprechen" +++Die Ukraine ist nach Worten ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht darauf aus, mit dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin zu sprechen. Sie müsse sich aber der Realität stellen, dass dies wahrscheinlich notwendig sei, um den Krieg zu beenden, sagt er in einer Ansprache für ein indonesisches Forschungsinstitut. "Es sind Dinge mit dem russischen Staatschef zu besprechen", sagt Selenskyj. "Ich sage Ihnen nicht, dass unsere Leute meiner Meinung nach unbedingt mit ihm sprechen wollen. Aber wir müssen uns der Realität dessen stellen, was wir durchleben."

+++ 11:38 Russland macht laut Johnson spürbare Fortschritte im Donbass +++Die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Ukraine beorderten Truppen machen nach Einschätzung des britischen Premierministers Boris Johnson langsame, aber spürbare Fortschritte im Donbass im Osten. "Ich befürchte, dass Putin unter hohen Kosten für sich selbst und das russische Militär weiterhin im Donbass Boden zerstört", sagt er Bloomberg TV. "Er macht weiterhin allmähliche, langsame, aber ich fürchte, spürbare Fortschritte, und deshalb ist es absolut notwendig, dass wir die Ukrainer weiterhin militärisch unterstützen."

+++ 11:22 Ukraine: Fast 30.000 tote russische Soldaten seit Kriegsbeginn +++Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte hat Russland seit Kriegsbeginn unter anderem 1322 Panzer und 206 Militärflugzeuge verloren. Das berichtet das ukrainische Onlinemedium "The Kyiv Independent". Demnach starben in den Kämpfen bislang rund 29.750 russische Soldaten. Die Angaben lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht unabhängig überprüfen.

+++ 10:52 Lokalpolitiker berichtet von 70 Leichen auf Fabrikgelände in Mariupol +++In der mittlerweile von russischen Truppen eingenommenen ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind Angaben eines Lokalpolitikers zufolge Dutzende weitere Leichen von Bewohnern gefunden worden. Rettungskräfte hätten insgesamt rund 70 leblose Körper auf einem ehemaligen Fabrikgelände entdeckt, schreibt der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko bei Telegram. Die Menschen seien unter den Trümmern begraben worden, als russische Besatzer das Gebäude beschossen.

+++ 10:22 Prorussische Separatisten verkünden Einnahme von Lyman +++Prorussische Separatisten haben nach eigenen Angaben die ukrainische Stadt Lyman eingenommen. Sie liegt im Osten des Landes in der Oblast Donezk. Zuvor hatte bereits der ukrainische Präsidentenberater Olexyj Arestowytsch im Fernsehen verkündet, dass Lyman verloren worden sei. Nun teilen die Separatisten mit, die strategisch bedeutsame Stadt sei vollständig unter ihrer Kontrolle. Lyman ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt nordöstlich von Slowjansk und Kramatorsk.

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+++ 10:04 London: Russland schickt 50 Jahre alte Panzer ins Gefecht +++Die russische Armee greift nach Ansicht britischer Regierungsexperten bei ihrer Invasion inzwischen auf veraltetes Gerät zurück. Moskau habe wahrscheinlich in den vergangenen Tagen 50 Jahre alte T-62-Panzer aus Lagerbeständen geholt und in den Einsatzbereich des südlichen Streitkraftverbands gebracht, heißt es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London. "Die T-62-Panzer werden beinahe mit Sicherheit besonders gefährdet sein durch Panzerabwehrwaffen und ihre Anwesenheit auf dem Schlachtfeld wirft ein Schlaglicht auf Russlands Mangel an modernem, einsatzbereitem Gerät", so die Mitteilung weiter.

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+++ 09:41 Militärverwaltung berichtet von Massenflucht und 1500 Toten in Sjewjerodonezk +++In der besonders schwer umkämpften ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind offiziellen Angaben zufolge seit Kriegsbeginn rund 1500 Menschen getötet worden. Darunter seien sowohl Soldaten als auch Zivilisten, sagt der Chef der lokalen Militärverwaltung, Olexandr Strjuk. Viele Menschen seien zudem geflüchtet. Von den einst 130.000 Einwohnern sei mittlerweile nur noch rund ein Zehntel da. Der Gouverneur des Luhansker Gebiets, Serhij Hajdaj, berichtet zudem von vier Toten durch russischen Beschuss auf Sjewjerodonezker Wohnviertel am Vortag. Die Großstadt zählt zu den letzten Teilen von Luhansk, die noch von der ukrainischen Armee kontrolliert werden.

+++ 09:11 Strack-Zimmermann: Deutschland gibt inakzeptables Bild ab +++Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert erneut einen Koordinator für deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine. "Es scheint anders nicht zu gehen", schreibt Strack-Zimmermann bei Twitter. "Das Bild, das Deutschland nach innen und außen abgibt, ist genauso inakzeptabel wie die Kommunikation." Die FDP-Politikerin hatte zuletzt bereits die Ernennung eines Koordinators im Kanzleramt angeregt, der Akteure aus Politik, Wirtschaft und Militär zusammenbringt.

+++ 08:51 Ex-General: Zeit spielt für Ukraine - wenn sie die nächsten Monate durchhält +++Der frühere Bundeswehr- und NATO-General Hans-Lothar Domröse geht davon aus, dass die Ukraine dem russischen Vormarsch im Donbass in den kommenden Wochen nicht vollständig standhalten kann. "Jetzt kommt der große Schwung der Weltmacht Russland zum Tragen. (...) Sie sind reichweiten- und zahlenmäßig überlegen", sagt Domröse dem Nachrichtenradio MDR Aktuell. Die ukrainischen Kräfte könnten den Vormarsch maximal hier und da verzögern. Ab Herbst könnten die Ukrainer aber wieder mehr Widerstand leisten, so Domröse. In etwa einem halben Jahr werde das Land viel mehr westliche Waffensysteme haben und die Soldaten viel besser an diesen ausgebildet sein. "Bis dahin werden sie aber noch schwere Schläge hinnehmen müssen", sagt Domröse. Die Zeit spiele etwas für die Ukraine, "wenn sie durchhält".

+++ 08:37 London: Russen wollen Großstädte in Ostukraine einkesseln +++Dem britischen Verteidigungsministerium zufolge versuchen russische Truppen weiterhin, die Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk zu umzingeln. Das teilt das Ministerium in seinem täglichen Lagebericht mit. Zuletzt habe Russland mehrere Dörfer rund um die Stadt Popasna eigenommen.

+++ 08:06 Strack-Zimmermann fordert Tempo bei Investitionen in die Bundeswehr +++Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, mahnt bei der Vergabe des Sondervermögens für die Bundeswehr Eile und Genauigkeit an. "Jetzt ist keine Zeit mehr für Schuldzuweisungen und Zögern", sagt sie dem "Focus". "Wir brauchen keine Bedenkenträger, sondern mutige Entscheider." Es gehe nun darum, "dass alle Akteure endlich Tempo aufnehmen - vom Beschaffungsamt bis zum Verteidigungsministerium, von den Landesbaubehörden bis hin zur Industrie", so die FDP-Politikerin. "Die Bundeswehr braucht eine Menge, um auf den Stand einer modernen Armee zu kommen." Es dürfe aber nicht vergessen werden, "dass alle Neuanschaffungen wieder Folgeausgaben auslösen, die im laufenden Haushalt ihren Niederschlag finden müssen."

+++ 07:36 Selenskyj redet Westen ins Gewissen +++Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert den Westen auf, nicht länger mit Russland zu "spielen". Vielmehr sollten härtere Sanktionen gegen Moskau verhängt werden, um den "sinnlosen Krieg" in der Ukraine zu beenden. Die katastrophale Entwicklung könne noch gestoppt werden, wenn die Welt den Krieg so behandeln würde, als ob sie mit der gleichen Situation wie die Ukraine konfrontiert sei.

+++ 07:08 UN: Rund 4000 tote Zivilisten seit Kriegsbeginn - mindestens +++Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar mindestens 3.998 Zivilisten getötet und mindestens 4.693 verletzt worden sind. Tatsächlich dürften die Zahlen laut UN-Angaben jedoch deutlich höher liegen.

+++ 06:31 Regierungsbeamter: 85 Haubitzen aus US-Beständen haben Ukraine erreicht +++Nach Angaben aus Washington haben inzwischen 85 von 108 versprochenen Haubitzen vom Typ M777 die ukrainische Armee erreicht. Das sagt ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter. Sie seien "bei den ukrainischen Streitkräften, die damit über große Entfernungen feuern können".

+++ 06:05 BAMF: Geflüchtete haben großes Interesse an Integrationskursen +++Geflüchtete aus der Ukraine haben offenbar ein großes Interesse an Integrationskursen zur Sprach- und Kulturvermittlung. Dies stellt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) fest. Dem Amt zufolge seien bislang innerhalb weniger Wochen bereits mehr als 80.000 Teilnahmeberechtigungen erteilt worden, wie die Tageszeitung "Welt" berichtet. "Wir haben gut ausgebildete Teilnehmende, die mit großem Elan lernen", sagt Benjamin Beckmann, Leiter der BAMF-Integrationskursabteilung. Laut Beckmann können 95 Prozent der ukrainischen Geflüchteten ihren Integrationskurs direkt mit dem normalen Sprachkurs beginnen.

+++ 05:34 USA: Keine Sanktions-Lockerungen gegenüber Russland geplant +++Dem Weißen Haus zufolge gibt es derzeit keine Gespräche über eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland, um Getreideexporte zu ermöglichen. Der russische Präsident Wladimir Putin und der italienische Ministerpräsident Mario Draghi diskutierten über Möglichkeiten, wie die internationale Nahrungsmittelkrise gelindert werden könnte. Der Kreml machte dabei deutlich, dass dies nur möglich sei, wenn der Westen seine Sanktionen aufhebe.

+++ 04:34 Russischer Zahlungsausfall träfe Weltwirtschaft wohl kaum +++Die US-Regierung geht nach eigenen Angaben davon aus, dass eine Zahlungsunfähigkeit Russlands nur geringe Folgen für die US- und Weltwirtschaft haben würde. Das Land sei bereits finanziell isoliert, sagt Präsidialamtssprecherin Karine Jean-Pierre. Die USA ließen in den vergangenen Tagen eine Ausnahmeregelung auslaufen, die es Russland bisher erlaubte, trotz der Sanktionen Zahlungen an Gläubiger aufrechtzuerhalten. Damit droht nun ein Zahlungsausfall. Der russische Finanzminister Anton Siluanow hat betont, sein Land habe eigentlich ausreichend Geld, um seine Verbindlichkeiten zu bedienen.

+++ 03:29 Selenskyj wirft Russland "Völkermord" im Donbass vor +++Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland "Völkermord" in der Ostukraine vorgeworfen. Im Donbass betreibe Moskau "eine offensichtliche Politik des Völkermords", sagte er in seiner täglichen Fernsehansprache. Die russische Offensive könne dazu führen, dass die Region "unbewohnbar" werde. Er warf den Russen vor, die ukrainischen Städte in Schutt und Asche legen zu wollen. "All dies, einschließlich der Verschleppung unserer Menschen und der Massentötung von Zivilisten, ist eine offensichtliche Politik des Völkermords, die von Russland betrieben wird".

+++ 02:02 Lehrergewerkschaften fordern mehr Einsatz für Integration ukrainischer Kinder in Schulen +++Die Lehrergewerkschaften haben die schlechten Bedingungen für die Integration ukrainischer Kinder in deutschen Schulen angemahnt und die Politik zum Handeln aufgefordert. "Mit Blick auf das kommende Schuljahr muss sichergestellt werden, dass die Kinder und Jugendlichen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, in den Regelunterricht an den Schulen in Deutschland integriert werden", sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Derzeit erreichen die GEW noch viel zu oft Informationen, dass es lange Wartelisten gibt", sagte sie. "Dabei fangen in gut fünf Wochen in den ersten Bundesländern die Ferien an." Bisher sei auch keine Lösung für das neue Schuljahr in Sicht - dabei könnte dann die Zahl der geflüchteten Kinder und Jugendlichen möglicherweise noch viel höher sein.

+++ 01:37 Multinationales Manöver unter US-Führung im Ostseeraum im Juni +++Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine findet im kommenden Monat unter Führung der USA ein großes multinationales Manöver im Ostseeraum statt. An der jährlichen maritimen Übung "Baltops 22" würden neben 14 Nato-Staaten wie Deutschland auch die Partnerländer Schweden und Finnland teilnehmen, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, in Washington. Schweden sei in diesem Jahr der Gastgeber des Manövers, das vom 5. bis 17. Juni geplant sei. Wegen des russischen Einmarschs in die Ukraine haben Schweden und Finnland die Mitgliedschaft bei der Nato beantragt. Das Manöver findet bereits seit 1972 regelmäßig im Ostseeraum statt.

+++ 01:04 Politikwissenschaftler Masala kritisiert Informationspolitik über Waffenlieferungen an die Ukraine +++Der Politikwissenschaftler Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München hat die Informationspolitik der Bundesregierung über Waffenlieferungen an die Ukraine kritisiert. "Wir haben in diesem Bereich keine strategische Kommunikation", sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "Das ist teilweise eine unglaubliche Kakophonie. Die Amerikaner geben immer an, was sie liefern. Die Franzosen haben anfangs geliefert, ohne darüber zu reden. Wir finden nicht einmal einen Mittelweg." Masala fügte hinzu: "Selbst ich habe mittlerweile den Überblick verloren."

+++ 00:21 Melnyk wirft Scholz mangelnde Führungsstärke vor +++Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, wirft Bundeskanzler Olaf Scholz mangelnde Führungsstärke und eine Missachtung ukrainischer Interessen vor. Kiew habe sich erhofft, aus der Rede von Scholz auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos herauszuhören, mit welchen ganz konkreten Schritten die Ampel die Ukraine massiv unterstützen wolle, sagt Melnyk der "Bild" einem Vorabbericht zufolge. "Leider war das eine Fehlanzeige, vor allem in Bezug auf sofortige Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland, um die Riesenoffensive der Russen im Donbass zu ersticken", so der Botschafter. Auch bei dem Thema EU-Mitgliedschaft habe es keine ermutigenden Signale an die Ukrainer gegeben.

+++ 00:01 Selenskyj beklagt Zögerlichkeit bei Sanktionen gegen Russland +++Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Zögerlichkeit der Europäer bei Sanktionen gegen Russland beklagt. "Die Ukraine wird immer ein unabhängiger Staat sein und nicht zerbrechen", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die Frage sei, welchen Preis die Ukraine für ihre Freiheit zahlen müsse - und welchen Preis Russland für den sinnlosen Krieg. Selenskyj fragte, warum die EU so lange brauche, um ein sechstes Sanktionspaket zu verabschieden. Noch immer verdiene Russland Milliarden mit Energieexporten, noch immer seien nicht alle russischen Banken sanktioniert. Wie lange müsse die Ukraine darum kämpfen, die Waffen zu bekommen, die sie brauche, fragte er.

+++ 23:33 Kritik am Umgang der Kirche mit dem Ukraine-Krieg beim Katholikentag +++Die Haltung der Kirche zum russischen Angriff auf die Ukraine ist beim Katholikentag in Stuttgart auf Kritik gestoßen. Die Theologin Regina Elsner warf Papst Franziskus Zögerlichkeit vor. "Der Papst traut sich nicht, in die Ukraine zu reisen", sagte Elsner und vertrat die Ansicht, der Papst nehme damit Rücksicht auf die Russisch-Orthodoxe Kirche. Es sollte weiterhin einen Dialog geben, aber keine freundlichen Grußworte des Vatikans an Russland, forderte die Wissenschaftlerin vom Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien in Berlin. Zugleich forderte sie einen neuen Umgang deutscher Kirchenvertreter mit der Russisch-Orthodoxen Kirche. Diese unterstütze den Krieg gegen die Ukraine und missbrauche zudem zynisch die Ökumene, die eigentlich das Ziel der Versöhnung habe, sagte Elsner. "Wir müssen überprüfen, mit wem wir dort künftig sprechen."

+++ 22:21 Kreml streicht Kommandeuren den Sommerurlaub +++Um dem Nachschub-Problem der russischen Armee entgegenzuwirken, hat die russische Staatsduma und der russische Föderationsrat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, mit dem das Höchstalter für den freiwilligen Eintritt in das russische Militär von 40 auf 50 Jahre angehoben wird, wie das US-Kriegsforschungsinstituts Institute for the Study of War (ISW) schreibt. Außerdem soll der Kreml Offiziere und Kommandeure des Grenzschutzes in den südlichen Regionen Russlands und auf der besetzten Krim gezwungen haben, ihren Sommerurlaub auf unbestimmte Zeit zu streichen. "Ein wenig überraschender Schritt angesichts der grundsätzlichen militärischen Lage, aber ein Hinweis auf die nächste Quelle von Arbeitskräften, auf die Putin offenbar zurückgreifen wird", schreibt das Institut weiter.

Frühere Entwicklungen des Ukraine-Kriegs können Sie hier nachlesen.

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