Sebastian Kurz, ein politisch Verfolgter

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft und die Politik hätten "zusammengespielt", sagt er vor seinem Prozess
Einserkastl
/Hans Rauscher
18. Oktober 2023, 17:47
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Vor dem Beginn seines Prozesses gab Sebastian Kurz ein Pressestatement ab. Naturgemäß, wie Thomas Bernhard gesagt hätte.
Kurz war immer ein Politiker, der nur in, für und mit den Medien existieren konnte. Message-Control und so. Wobei man sagen muss, dass mit ihm auch ein Gespräch möglich war. Er konnte grundsätzlich zuhören, ging auf Gesprächspartner ein, war manchmal erstaunlich offen. Im Endeffekt verließ er sich aber letztlich immer auf die orchestrierte Medienmanipulation.

Vor seinem Prozess wegen falscher Zeugenaussage platzierte Sebastian Kurz vor dem Gerichtssaal seinen zentralen Spin. Seine Anklage sei auf ein "Zusammenspiel von WKStA (Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft) mit der Politik" zurückzuführen.
Dieses Thema beschäftigt ihn schon seit längerem. Bei einem Hintergrundgespräch für Journalisten im Jänner 2020 sagte er nach Aussage von Teilnehmern, es existiere ein "linkes" (oder "rotes") "Netzwerk" in der WKStA, dessen Angehörige es sich angelegen sein ließen, die ÖVP zu verfolgen. Später bestritt er, diese Formulierung verwendet zu haben, aber sinngemäß fühlt er sich doch verfolgt.
Im aktuellen Prozess führte er diese Linie auch fort, indem er den (Einzel-)Richter wegen Befangenheit ablehnte (vergeblich).
"Ich bin ein politischer Verfolgter", sagt Kurz. Ob diese Opferstrategie verfängt? (Hans Rauscher, 18.10.2023)
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