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Valneva-Aktie -42%: Großbritannien storniert Vertrag

Die in den vergangenen Wochen sprunghaften Aktien des Impfstoffforschers Valneva sind am Montag wegen des Verlusts eines Großauftrags eingebrochen.
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Gut ein halbes Jahr nach einem gefeierten Abschluss mit dem Corona-Impfstoffentwickler Valneva hat die britische Regierung den Vertrag über die Lieferung von 100 Millionen Dosen gekündigt. Das französische Unternehmen teilte am Montag mit, es weise den Vorwurf angeblicher Vertragsverletzungen energisch zurück. Ein Regierungssprecher wollte sich zu Details nicht äußern. Er betonte, die Kündigung werde sich weder auf das britische Impfprogramm noch auf geplante Auffrischungsimpfungen auswirken, die demnächst beginnen sollen.

Am 1. Februar hatte die Regierung mitgeteilt, sie habe 40 Millionen weitere Dosen - und damit insgesamt 100 Millionen - des Impfstoffs VLA2001 bestellt. Premierminister Boris Johnson zeigte sich begeistert und besuchte einen Valneva-Standort in Schottland, wo das Mittel produziert werden sollte. Laut Unternehmensangaben befindet sich der Impfstoff derzeit in Phase-3-Studien. Ergebnisse würden im vierten Quartal erwartet, eine erste Zulassung sei noch 2021 möglich. "Valneva hat unermüdlich und nach besten Kräften mit der britischen Regierung zusammengearbeitet sowie erhebliche Ressourcen und Anstrengungen aufgebracht, um auf die Anforderung von variantenbasierten Impfstoffen zu reagieren."

Insgesamt hatte Großbritannien mehrere Hundert Millionen Dosen verschiedener Impfstoffe bestellt. Bei zwei Dosen pro Person, wie sie bei den meisten Vakzinen benötigt werden, könnte damit die gesamte Bevölkerung des Landes mehrmals durchgeimpft werden. Im Handel an der EURONEXT in Paris sackte der Kurs letztlich um 41,57 Prozent auf 11,64 Euro ab.

An der Pariser EURONEXT-Börse haben die Aktien ihre Hauptnotiz, dort hatten sie am Freitag schon mehr als fünf Prozent verloren. Den Aktien droht nun der Verlust eines Großteils der zuletzt erzielten Gewinne. In der Spitze hatte sich der Kurs binnen eines Monats mehr als verdoppelt. Bei 25 Euro war die Rally zum Monatswechsel dann aber vorerst zu Ende.

Laut Händlern ist es ein herber Schlag für die Bemühungen der Franzosen, eine weitere Alternative zu den bereits zugelassenen Impfstoffen zu schaffen. Valneva setzt bei seinem COVID-19-Impfstoffkandidaten auf die klassische Herangehensweise mit einem inaktiven Virus. Das Unternehmen teilte mit, es bestreite den Vorwurf der britischen Regierung, dass es gegen seine Verpflichtungen aus der Vereinbarung verstoße.

/tih/jha/

FRANKFURT (dpa-AFX)

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