Polizei-Großeinsatz in Villach: Eine Person festgenommen
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Ein 23-jähriger Mann hat am Samstagnachmittag in Villach auf fünf Passanten eingestochen und einen von ihnen getötet.
Laut Polizeiangaben starb ein 14-jähriger Jugendlicher, vier Personen wurden verletzt. Die Tat hatte sich in der Innenstadt, in der Nähe des Hauptplatzes, abgespielt.
Der Täter, ein aufenthaltsberechtigter syrischer Staatsbürger, wurde kurz nach der Tat festgenommen.
23-Jähriger festgenommen
Wie Polizeisprecher Rainer Dionisio sagte, hatte der 23-Jährige kurz vor 16.00 Uhr auf Passanten eingestochen. Der älteste der Verletzten ist 32 Jahre alt. Die Tat wurde von einem Zeugen beobachtet, der den Täter daraufhin mit dem Auto anfuhr.
Bei ihm handelt es sich um einen 42-jährigen Essenszusteller, der ebenfalls aus Syrien stammt. Laut Polizei wurden damit wohl weitere Taten verhindert. Der 23-Jährige wurde kurz darauf festgenommen. Nach ersten Informationen ist er bisher polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten.
Ob es eine Beziehung zwischen dem Täter und den Opfern gegeben hat, war vorerst unklar. Das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung hat gemeinsam mit dem Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen.
"Wie in einem Horrorfilm"
Zuvor berichteten Augenzeugen von einer Messerstecherei.
"Es war wie in einem Horrorfilm. Alles ging schnell, eine Person soll aus einem Auto gesprungen sein und daraufhin sind mehrere Menschen geflüchtet. Unsere Mitarbeiterin hat das Lokal versperrt und die Gäste drinnen behalten", berichtet etwa ein Gastronom gegenüber der "Kleine Zeitung".
Die Polizei leitete eine Großfahndung ein, da derzeit nicht ausgeschlossen werden kann, dass es auch noch einen zweiten Täter gab. Polizeihubschrauber kreisen über der Stadt, auch das Einsatzkommando Cobra ist im Einsatz. Im Bereich der Villacher Innenstadt gab es weiträumige Absperrungen.
Während des Polizeieinsatzes war auch der Zugverkehr eingeschränkt - der Villacher Hauptbahnhof liegt ganz in der Nähe des Tatortes.
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Kaiser: "Unfassbare Gräueltat"
Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) zeigte sich in einer ersten Reaktion "zutiefst geschockt": "Diese unfassbare Gräueltat muss schärfste Konsequenzen haben!" Sein Mitgefühl "als Landeshauptmann und vor allem auch persönlich als Vater" gelte der Familie des Jugendlichen.
Kaiser betonte, Österreich und die EU insgesamt müssten "endlich eine restriktive und auf Recht und Gesetz beruhende Richtlinien fußende Migrations- und Asylpolitik umzusetzen". Andererseits warnte er aber auch: "Diese unfassbare und unentschuldbare Tat kann und darf nicht mit hasserfülltem Auge zu Pauschalurteilen führen, die einfach erscheinen, aber kein Problem lösen."
FPÖ-Landesparteiobmann Erwin Angerer meinte: "Wir Freiheitliche warnen seit Jahren vor diesen Zuständen, die durch die fatale Asylpolitik der Einheitspartei unter Führung der ÖVP entstanden sind."